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Gartenlaubkäfer Blüte

Ende Mai sind die Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) aus dem Boden geschlüpft. Die Larven (Engerlinge) sind bei zahlreichem Vorkommen lästige Rasenschädlinge, aber auch Erdbeeren und Spargel werden geschädigt. Der 8 - 10 mm große Käfer ist durch seine braunen Flügeldecken, dem grün-metallisch gefärbten Halsschild und Kopf leicht erkennbar. Genauso wie Junikäfer, Maikäfer und Purzelkäfer gehört er zur Familie der Blatthornkäfer, deren typisches Merkmal die Lamellenfühler sind. Im Gegensatz zum dämmerungsaktiven Junikäfer schwärmt er um die Mittagszeit dicht über dem Rasen und ist auch oft an Blüten zu finden, wo er durch seine Fraßtätigkeit zusätzlichen Schaden verursacht. Es wird nur eine Generation pro Jahr ausgebildet.

Die Käfer schlüpfen ab Ende Mai während der Nacht aus der Puppe im Boden und kriechen an die Erdoberfläche. Die Weibchen werden sofort begattet und graben sich zur Eiablage wieder bis zu 16 cm tief in den Boden ein. Hier legen sie den größten Anteil der ca. 35 Eier ab. Der anschließende Reifefraß erfolgt am Laub verschiedener Baum- und Straucharten, wie z. B. Sommerlinde, Apfel, Birne, Hasel, Hainbuche, Robinie und Blüten von Rosengewächsen.

Die restlichen Eier werden in Rasenflächen der Umgebung abgelegt, wobei sonnige Lagen mit sandigen Böden sowie lückige Grasnarben bevorzugt werden, wenn Laubbäume und Sträucher für den Reifefraß in der Nähe sind. Geschlossene Grasnarben, die nicht kurz gemäht werden, stören die Eiablage.

Nach ca. 3 Wochen schlüpfen die Larven, die sich zuerst von humosen Bodenbestandteilen ernähren. Ab Mitte Juli ist das 2. oder 3. Larvenstadium in den oberen Bodenschichten zu finden und verursacht Schäden an den Graswurzeln. Die Grasnarbe kann an diesen Stellen leicht abgehoben werden. Die Larven sind eine begehrte Beute für Vögel, Wildschweine u.a., die bei der Suche nach den Engerlingen massive Schäden an der Grasnarbe verursachen können. Im Laufe des Oktobers wandern die Larven bis zu 40 cm tief in den Boden, um zu überwintern. Die Verpuppung erfolgt erst im folgenden April und 4 Wochen später schlüpft die neue Käfer-Generation.

Eine Bekämpfung des Käfers wird nötig, wenn sehr viele Engerlinge (50 - 100 Tiere pro m²) im Rasen vorhanden sind und großflächige Schäden sichtbar werden. Dafür sollten in der Zeit von Mitte Juli bis in den September hinein Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora (Produkt nema-green®) ausgebracht werden.

Eine Überwachung und Bestimmung der Flugzeit der erwachsenen Käfer kann mit der Gartenlaubkäferfalle durchgeführt werden. Die Falle enthält einen Fraßlockstoff und fängt sowohl männliche und weibliche Käfer, wodurch die Eiablage zusätzlich verringert wird.

engerling gartenlaubkäfer Schadbild Gartenlaubkäfer
Engerling des Gartenlaubkäfers Phyllopertha horticola Rasenschäden durch die Fraßtätigkeit von Engerlingen

Mit dem Nematoden-Einsatz wird oft eine Langzeitwirkung erzielt, da im Folgejahr weniger Weibchen ihre Eier ablegen können. Trotzdem sollte eine Behandlung über einen Zeitraum von 2 - 3 Jahren durchgeführt werden.

Für ähnliche Rasenschäden kommen auch noch andere Insektenlarven in Frage, z. B. Engerlinge vom Mai- oder Junikäfer, Purzelkäfer oder auch die Larven der Wiesenschnake. Damit der richtige Anwendungszeitraum und das richtige Nematoden-Produkt ausgewählt wird, bieten wir einen kostenlosen Bestimmungsservice an. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf unter Tel. 04326-98610.

Gartenlaubkäfer engerling Engerling Junikäfer
Hinterleib des Engerlings vom Gartenlaubkäfer Hinterleib des Engerlings vom Junikäfer

Damit Sie zum richtigen Zeitpunkt die Nematoden gegen den Gartenlaubkäfer ausbringen, bieten wir einen kostenlosen Erinnerungsservice an. Sie erhalten dann per Email eine Mitteilung, bevor der optimale Bekämpfungszeitraum des Schädlings startet. Eine Anmeldung dafür können Sie hier vornehmen.

Text und Fotos: Dipl. Biol. Helge Arp

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