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Tipula HHDie Wiesenschnake (Tipula paludosa) gehört zu den Zweiflüglern (Diptera) und wird systematisch den Mücken zugeordnet. Im Volksmund werden sie auch "Schneider" oder "Schuster" genannt. Während die jetzt umherfliegenden Schnaken völlig harmlos sind und nur Flüssigkeit aufnehmen, können die Larven bei hoher Dichte im Boden als gefürchtete Schädlinge auftreten. Sie fressen unterirdisch an den Graswurzeln, was zum Absterben der Grasnarbe führen kann. Das Ausmaß des Schadens wird allerdings erst im Frühsommer sichtbar, wenn sich auf der Rasenfläche gelb verfärbte oder absterbende Flächen abzeichnen.  Zusätzlichen Schaden können dann Vögel anrichten, die die dicht unter der Bodenoberfläche fressenden Larven herauspicken und dabei die Grasnarbe zusätzlich zerstören.

Tipula larveDie Larven der Wiesenschnake gehören ebenso wie die Larven (Engerlinge) vieler Blatthornkäfer zu den gefürchteten Rasenschädlingen, die großflächig die Grasnarbe absterben lassen. Sie lassen sich von den Käferlarven aber leicht unterscheiden, da sie nicht cremeweiß gefärbt sind, keine Beine und auch keine orange-braun gefärbte Kopfkapsel besitzen. Die Wiesenschnaken-Larven sind bis zu 4 cm groß, schmutzig-grau gefärbt und Schädlinge der Grasnarben an feuchten humosen und sandigen Standorten. 

Erwachsene Wiesenschnaken schlüpfen ab Mitte August aus den Puppen. Die Weibchen werden unmittelbar nach dem Schlüpfen begattet und beginnen sofort mit der ersten Eiablage direkt in die Grasnarbe oder den Boden. Ein nachfolgender Distanzflug trägt die Wiesenschnake in vom Schlupfort entferntere Gebiete, an denen eine zweite Eiablage erfolgt. Die weiblichen Schnaken leben nur etwa 10 Tage und nehmen in dieser Zeit mit Ausnahme von Flüssigkeit keine Nahrung auf. 

Da beim Bemerken dieser Flugaktivität die meisten Eier bereits abgelegt worden sind, ist eine Bekämpfung der erwachsenen Tiere zu diesem Zeitpunkt nahezu ohne Bedeutung für die spätere Schadensentwicklung durch die Larven.  

Bereits 10 bis 14 Tage nach der Eiablage schlüpfen die ersten Larven. Die ersten beiden Larvenstadien (L1 und L2) entwickeln sich noch im September bis Oktober. Sie halten sich bei Trockenheit im Boden auf und fressen dann vor allem nachts an oberirdischen Pflanzenteilen. Den größten Schaden verursachen aber die älteren (L3 und L4) Larven im darauffolgenden Frühjahr nach erfolgter Überwinterung oder bereits in milden Wintern durch ihren Fraß an den wasserführenden Wurzeln. Hierdurch entstehen nesterweise Vergilbungen, die Anzeichen für das Absterben des Rasens sein können. 

In dieser Zeit stellen die bis zu 3 cm großen Larven eine attraktive Beute für Vögel und Säugetiere dar, die bei ihrer Suche nach den tagsüber direkt unter der Grasnarbe fressenden Larven zu weiteren Schäden führen können. Ab Mitte Mai verringert sich die Fraßtätigkeit der Larven des 4. Stadiums deutlich. Sie wandern dann in tiefere Bodenschichten und verpuppen sich im Juli. Bei uns entwickelt sich nur eine schädigende Generation pro Jahr.

Aufgrund der beschriebenen Lebensweise lassen sich die L3- und L4-Larven dieses Schädlings nur schwer bekämpfen. Das erste Larvenstadium allerdings lässt sich sehr gut mit parasitären Nematoden der Art Steinernema carpocapsae bekämpfen (Produkt nemastar®), die die Larven der Schnake infizieren und dadurch abtöten. Bei richtiger Anwendung und optimalen Bedingungen kann ein Wirkungsgrad von mehr als 80 % erreicht werden.

Fotos: Dr. H. Haardt, Dipl. Biol. Helge Arp

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