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Schon seit Adalia septempunctatadem Beginn der Kultivierung von Pflanzen für die eigene Ernährung muss der Mensch seinen Anspruch auf die Ernte gegen tierische „Mitesser“ verteidigen. Zu den pflanzenverzehrenden Tieren gehören überwiegend Insekten, Milben, Nematoden und Schnecken. Da es immer das Ansinnen des Menschen war, die Ernten zu vergrößern, kam der Bekämpfung dieser Nahrungskonkurrenten erhebliche Bedeutung zu. Sie wurden zu Schädlingen erklärt und Methoden entwickelt, um sie auszuschalten.

Schädlinge und Nützlinge

Schädlinge existieren nur in der menschlichen Betrachtungsweise und sind im zoologischen und ökologischen Sinne nicht definiert. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass der Anbau von Pflanzen in Monokulturen erhebliche Veränderungen im Zusammenspiel der betroffenen Tierarten mit sich bringt. Durch die Reduzierung der Pflanzenarten werden die Tiere gefördert, die diese Pflanzen als Nahrungspflanzen haben. Fehlen die natürlichen Gegenspieler (Antagonisten), so kann sich diese Tierart ungehindert vermehren - sie wird von uns zum Schädling erklärt. Entsprechend bezeichnen wir deren Antagonisten als Nützlinge.

Anfangs wurden Nützlinge vorwiegend im Gemüsebau eingesetzt - inzwischen ist der Nützlingseinsatz auch im Zierpflanzenbau, dem Obstbau und auch im Bereich von Grünflächen weit verbreitet. Nicht zuletzt spricht auch der Vorteil, die erzeugten Produkte als Bioware zu vermarkten, für den Nützlingseinsatz. Im Innenbereich und auch im Hobbybereich findet der Einsatz von Nützlinge inzwischen immer mehr Anwender. Im Folgenden ein paar Beispiele:

Blattläuse

HA Blattaeuse thumbBlattläuse sind Pflanzensaftsauger, die mit ihren stechend-saugenden Mundwerkzeugen den Saftstrom anstechen. Die überschüssigen Kohlenhydrate werden  in Form von Honigtau wieder ausgeschieden, der sich als klebriger Belag auf den Blättern zeigt, worauf sich gerne Schwärzepilze ansiedeln. Häufig bilden sich infolge ihrer Saugtätigkeit, bei der ein giftiger Speichel abgegeben wird, Blattkräuselungen und Triebstauchungen. Auch Virus-Übertragungen sind möglich.

HA Aphidius ervi an Aphis farinosa thumb

Nützlinge gegen Blattläuse sind verschiedene Arten von Schlupfwespen. Durch ihre sehr guten Sucheigenschaften finden sie bereits einzeln vorkommende Blattläuse. Sie stechen die Blattläuse zur Eiablage an und nutzen sie als Wirte für ihre eigenen Nachkommen. Die sich in der Blattlaus entwickelnde Larve tötet ihren Wirt und schlüpft als erwachsenes Tier heraus.

Die räuberischen Larven von Florfliegen und orangefarbenen Larven der Gallmücke sind gefräßige Blattlausräuber, die eine gute Ergänzung zu Schlupfwespen bei der Bekämpfung sind und in Kombination mit ihnen eingesetzt werden sollten.

HA Florfliegenlarve thumbGallmueckenlarve HA thumb

 

 

 

 

 

 

 

Weiße Fliege

HA Weie Fliege neu

Weiße Fliegen sind nur 2 mm große Tiere, die beim Bewegen des Blattwerks auffliegen. Die Larven saugen an den Unterseiten der Blätter. Im ersten Larvenstadium „Crawler“ sind sie noch beweglich, später bilden sie ein festsitzendes, dosenförmiges Gebilde, aus dem das geflügelte Vollinsekt schlüpft. Die Larven und die erwachsenen (adulten) Tiere scheiden Honigtau aus, auf dem sich Schwärzepilze ansiedeln. Die Pflanzen werden durch den Saftentzug und Virusübertragung geschädigt.

HA Encarsia formosaDie Weiße Fliege lässt sich mit der Schlupfwespe Encarsia formosa hervorragend bekämpfen. Wichtig ist ein rechtzeitiges Erkennen des Befalls mit anschließender Ausbringung der auf kleinen Kärtchen befindlichen Nützlinge. Gegen die Tabak-Weiße Fliege (Bemisia tabaci) sollte als Ergänzung die Schlupfwespe Eretmocerus eremicus ausgebracht werden.

Weitere Nützlinge gegen Weiße Fliege sind die Raubmilbe Amblyseius swirskii und die Raubwanze Macrolophus pygmaeus, die insbesondere in Tomatenkulturen zu den Standardnützlingen gehört. In Zierpflanzen kann die Raubwanze zu Pflanzenschäden führen, da sich sich auch phytophag ernähren kann.

HA MacrolophusDer räuberische Marienkäfer Delphastus ist ein weiterer Gegenspieler, der auch mit viel Honigtau zurechtkommt und gut zur Herdbekämpfung eingesetzt werden kann.

 

Thripse

HA ThripsThripse sind 1 bis 2 mm lange, schlanke Tiere. Die Jugendstadien sind meist hell oder gelblich gefärbt, die Adulten dunkel, teilweise gestreift. Pflanzenschädliche Thripse legen ihre Eier in das Pflanzengewebe ab. Sie haben stechend-saugende Mundwerkzeuge, mit denen sie Pflanzenzellen anstechen und aussaugen. Dabei kommt Luft in die Zellen und es entsteht der typische Silberglanz der Blätter.

HA Amblyseius swirskiiZur Vorbeugung oder bei frühzeitigem Befall mit Thripsen leisten Raubmilben der Art Amblyseius cucumeris und Amblyseius swirskii gute Dienste. Sie fressen überwiegend das erste Larvenstadium. Amblyseius swirskii eignet sich besonders zur Thripsbekämpfung bei höheren Temperaturen, da sie bis 35 °C aktiv bleibt. Sie hat auch eine Wirkung gegen Weiße Fliege. Beide Arten gibt es zum Streuen oder in kleinen Tüten zum Befestigen an den Pflanzen.

HA orius 1Die Raubwanze Orius laevigatus frisst neben allen Entwicklungsstadien der Thripse auch Blattläuse und Spinnmilben. Da die Raubwanze auch auf Pollen als Nahrung ausweichen kann, ist ein prophylaktischer Einsatz in Kulturen mit ausreichendem Blütenpollen-Angebot möglich.

 

Spinnmilben

HA SpinnmilbeDie Gemeine Spinnmilbe gehört zur Gruppe der Spinnentiere. Von den Gewächshauskulturen werden besonders Gurken und viele Zierpflanzen befallen. Die Winterform ist rötlich gefärbt, im Sommer sind sie gelb bis gelbgrün mit zwei seitlichen dunklen Flecken. Spinnmilben stechen mit ihren Mundwerkzeugen einzelne Pflanzenzellen an und saugen sie aus. Dadurch entstehen anfangs weißlich-gelbe punktförmige Flecke. Die Kolonien schützen sich durch Gespinste.

HA Phytoseiulus aIm Gewächshaus und im Wintergarten lassen sich Spinnmilben gut mit der Raubmilbe Phytoseiulus persimilis bekämpfen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit (>60%) und über 20 °C werden benötigt. Bei hohen Temperaturen wird zusätzlich Amblyseius californicus eingesetzt.

Die Population von A. californicus verdoppelt sich bei einer Temperatur von 33 °C in nur 1,8 Tagen, während Phytoseiulus persimilis sich bei diesen Temperaturen nicht mehr vermehren kann. HA Amblyseius californicusBei Temperaturen bis 25 °C ist die Vermehrungsrate allerdings geringer als bei P. persimilis.

Die Art ist sehr gut einsetzbar bei Erdbeeren, Himbeeren, Gurken und anderen Gemüsearten unter Glas sowie bei Bepflanzungen im Innenraum.

 

Nacktschnecken

HA Arion

Räuberische Nematoden (Phasmarhabditis hermaphrodita) werden von April bis Oktober gegen Nacktschnecken eingesetzt. Sie suchen die Schnecken im Boden auf, dringen über die Atemöffnung ein und geben ein Bakterium ab. Die Schnecken fressen nicht mehr und sterben wenige Tage später ab. Der Nützling vermehrt sich in der Schnecke und viele neue Nematoden begeben sich auf die Wirtssuche.

Woll- oder Schmierläuse

HA wolllaeuse Pseudococcus longispinusWoll- oder Schmierläuse gehören zur Familie der Schildläuse, besitzen jedoch keinen Rückenschild. Einige Arten fallen durch wachshaltige Abscheidungen auf, die dem Schutz vor Fraßfeinden und zur Isolation dienen. Obwohl alle Entwicklungsstadien beweglich sind, findet man sie häufig in dichten Kolonien, oft an Blatt- oder Triebachseln oder auch in Blüten (z. B. Phalaenopsis).

HA cryptolaemus kferDer Australische Marienkäfer Cryptolaemus montrouzieri ist eine Art, die sich auf Schmierläuse (=Wollläuse) spezialisiert hat. Sowohl die Larven als auch die erwachsenen Käfer leben räuberisch. Die Larven ähneln aufgrund ihrer wachsartigen Ausschiedungen auf den ersten Blick Wollläusen. Sie bewegen sich allerdings deutlich schneller und besitzen eine typische Kopfkapsel. Während die Larven nur Eier und Larven der Schädlinge fressen, können die Käfer sich von allen Stadien ernähren. Ein Käfer vertilgt im Laufe seiner Entwicklung über 300 Schmierläuse.HA Cryptolaemus Larve

 

 

 

Trauermücken

HA TrauermckenTrauermücken sind in vielen Kulturen als Lästlinge bekannt. Die beinlosen, madenförmigen Larven können besonders in Stecklingskulturen stark schädigen, und zwar auf zweifache Weise: zum einen fressen sie die von den Stecklingen gebildeten Feinwurzeln ab, zum anderen schaffen sie dadurch Eintrittspforten für bodenbürtige Pilzkrankheiten. Die Larven lassen sich gut durch Raubmilben oder Nematoden bekämpfen.

HA Hypoaspis milesDie Raubmilbe Hypoaspis miles frisst neben Eiern und Larven der Trauermücke auch Thripspuppen und Wurzelläuse. Sie sollte nur bei Temperaturen von mehr als 20 °C eingesetzt werden. 

Bei niedrigeren Temperaturen sollte die Nematodenart Steinernema feltiae eingesetzt werden. Die Nematoden dringen in die Larven ein und geben dort ein mit ihnen symbiontisch lebendes Bakterium frei, welches die Trauermückenlarven abtötet. Die Nematoden vermehren sich in den Larven und wandern aus ihrem Wirt heraus, um neue Larven zu parasitieren.

 

 Gefurchter Dickmaulrüssler

HA dickmaulruesslerDie Anwesenheit des Gefurchten Dickmaulrüsslers (Otiorhynchus sulcatus) fällt durch die typischen buchtenförmigen Fraßspuren am Blattrand von Rhododendron, Azaleen, Efeu, Kirschlorbeer, Thuja und vielen anderen Gewächsen auf. Der Käfer ist nachtaktiv. Den eigentlichen Schaden verursachen die im Boden lebenden Larven durch ihren Fraß an Wurzeln und am Wurzelhals.

HA Larve DickmaulrsslerDurch den Verlust an Wurzelmasse beginnen die Pflanzen zu welken und drohen sogar abzusterben. Durch Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora lassen sich die Larven dieses Schädlings von Mitte April bis Anfang Juni und von Mitte August bis Anfang Oktober bekämpfen. Bei kühleren Temperaturen mit der Nematoden-Art Steinernema kraussei.


Alle Informationen befinden sich auch in unserem Faltblatt "Biologischer Pflanzenschutz mit Nützlingen".

Weitere Informationen über die Nützlinge erhalten Sie in unserem Online-Shop oder telefonisch unter 04326 - 98610.

 

 

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