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HautflüglerHierzu gehört die große Gruppe der Schlupfwespen (Parasitoide). Diese faszinierenden Insekten verfügen am Hinterleib über einen Legeapparat (Ovipositor) mit dessen Hilfe sie ihre Eier einzeln bzw. in kleinen Gruppen in oder an andere Insekten ablegen. Am imposantesten sind die großen Holzschlupfwespen der Familie Ichneumonoidea. Mit ihrem langen Ovipositor finden Sie Käferlarven im Holz, die sie selbst in einer Tiefe von 5cm auffinden und parasitieren. Bei Parasitoiden spielen chemische und sensorische Reize zur Wirtsfindung eine wichtige Rolle. Die aus dem Ei schlüpfende Parasitoidenlarve ernährt sich vom Körperinhalt (Hämolymphe) ihres lebenden Wirtes. Erst mit fortschreitender Entwicklung tötet sie das Wirtsinsekt und es entsteht die sogenannte Mumie, in der sich bei den meisten Arten der Parasitoid verpuppt.

Bei den Blattlausparasitoiden wird die Mumie von der Schlupfwespenlarve vor ihrer Verpuppung mit einem Sekret an der Pflanzenoberfläche befestigt. Später schlüpft das erwachsene Tier (Imago) aus der Mumie und hinterläßt die leere Mumienhülle. Die 1 bis 4mm großen erwachsenen Tiere ernähren sich während ihrer 1 bis 2 wöchigen Lebenszeit von süßen Säften und Honigtau. Sie verfügen über ein ausgezeichnetes Suchvermögen, das es ihnen ermöglicht, auch versteckt lebende Blattläuse aufzuspüren. Innerhalb der Gruppe der Blattlausparasitoide gibt es zwei Familien, Aphidiidae und Aphelinidae. Aphidius-Arten bilden hellbraune, kugelförmige Mumien, Aphelinus-Arten schwarze, seltener gelbe, spindelförmige Mumien. Nach dem Schlupf hinterlassen sie ein kreisförmiges Loch auf der hinteren Oberseite der Mumie. Parasitoide sind wichtige Nützlinge bei der Blattlausbekämpfung, da sie aufgrund ihrer kurzen Generationszeit schnell große Populationen aufbauen können. Ihre Effizienz kann aber durch natürliche Gegenspieler, besonders die Hyperparasitoiden, stark beeinträchtigt werden. Hyperparasitoide sind Schlupfwespen, die sich auf die Parasitierung der Larven anderer Schlupfwespen spezialisiert haben. Dadurch verringern sie den Erfolg der Nützlinge. Aphidius colemani parasitiert einen großen Wirtskreis unter den Blattläusen. Sie wird mit Erfolg gegen die Pfirsichblattlaus und die Grüne Gurkenblattlaus eingesetzt.

Gegen Kartoffelläuse (Aulacorthum solani und Macrosiphum euphorbiae), die von der oben genannten Art nicht parasitiert werden, gibt es zwei Spezialisten: Aphidius ervi und Aphelinus abdominalis . Die Mumien von Aphelinus-Arten sind durchweg schwarz und von spindelförmiger Gestalt, wodurch sie deutlich von den braunen Aphidius-Mumien zu unterscheiden sind. Aphelinus-Arten benötigen einen längeren Zeitraum für die Entwicklung, werden aber von Hyperparasitoiden weniger geschädigt. Encarsia formosa ist eine seit Jahren bewährte Schlupfwespe zur Bekämpfung der Weißen Fliege. Die nur 0,6 mm großen Erzwespen parasitieren die auf den Blattunterseiten befindlichen weißlich bis durchsichtigen Larven des Schädlings und legen ein Ei hinein.Wenige Tage danach verfärben sich diese schwarz und sterben ab. Etwa 20 Tage nach der Parasitierung schlüpft die neue Generation von Encarsia aus dem abgestorbenen Schädling (Mumie) und der Kreislauf beginnt von vorn.Seit vielen Jahren wird diese Schlupfwespe mit großem Erfolg eingesetzt. Die Ausbringung erfolgt in Form parasitierter Larven der Weißen Fliege, aufgeklebt auf Kartonkärtchen, die an die Pflanzen gehängt werden. Innerhalb von 8 Tagen schlüpfen die Encarsien und gehen aktiv auf Wirtssuche. Bei hoher Schädlingsdichte töten sie Larven nicht nur zur Parasitierung sondern auch zum Nahrungserwerb.

Dieses, als Wirtsfraß (host-feeding) bezeichnete Verhalten, kommt auch bei den Blattlausschlupfwespen der Gattung Aphelinus und bei Parasitoiden von Minierfliegen (Diglyphus isaea) vor. Um Spezialisten handelt es sich auch bei den Schmierlaus-Parasitoiden Leptomastix dactylopii und Leptomastix abnormis. Diese bis 3mm großen, hellbraun gefärbten Schlupfwespen legen ihre Eier in das dritte Entwicklungsstadium der Zitrusschmierlaus (Planococcus citri). Für eine Schmierlausbekämpfung bei Temperaturen unter 20°C wird Leptomastix abnormis empfohlen. Auch gegen Schildläuse sind spezielle Schlupfwespen im Handel. Das Problem besteht jedoch darin, daß die Schildlausart zuvor bestimmt werden muß, was nur von Fachleuten möglich ist. Daher wird an dieser Stelle auf weiterführende Literatur verwiesen. Minierfliegen-Parasitoiden der Arten Dacnusa sibirica und Diglyphus isaea, werden wegen zunehmender Resistenz dieser eingesetzt. Dacnusa sibirica ist ca.3 mm groß, schwarz glänzend und mit langen Fühlern. Das Weibchen legt jeweils ein Ei in die im Blatt fressende Minierfliegenlarve. Erst zum Zeitpunkt der im Boden stattfindenden Verpuppung stirbt sie ab. Die erwachsene Schlupfwespe verläßt das getötete Wirtstier aus dem Boden.
Diglyphus isaea ist mit 2 mm etwas kleiner als Dacnusa und lebt ektoparasitisch. Das Ei wird außen an die zuvor betäubte Minierfliegenlarve abgelegt und die Parasitoidenlarve saugt die Schädlingslarve aus. Dementsprechend findet die Verpuppung von Diglyphus isaea am Blatt statt. Aufgrund unterschiedlicher Temperaturansprüche sollte Dacnusa sibirica im Frühjahr und Herbst, Diglyphus isaea vorzugsweise in den Sommermonaten zum Einsatz kommen. Auch Zikaden werden von Parasitoiden nicht verschont. Die zu den Zwergwespen (Mymaridae) gehörenden Anagrus-Arten sind Eiparasiten von Zikaden. Sie sind unscheinbar gelb oder braun gefärbt und kleiner als 1mm.

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