Zweiflügler (Diptera)
Gallmücken sind meist spezialisierte, phytophage Gallbildner.
Die räuberische Gallmücke Aphidoletes aphidimyza bildet eine Ausnahme in dieser Familie, sie ist ein wichtiger natürlicher Gegenspieler von Blattläusen. Das ca. 2 mm große Gallmücken-Weibchen legt in seiner 1- bis 2-wöchigen Lebenszeit bis zu 200 orangerot gefärbte Eier gezielt in Kolonien von Blattläusen ab. Der Eiablagereiz wird offenbar erst durch Kolonien von mindestens 5 Blattläusen ausgelöst. Innerhalb von 2 bis 5 Tagen schlüpfen die orange gefärbten beinlosen Larven, die sich ausschließlich von Blattläusen ernähren. Dabei injiziert die Larve zunächst ein lähmendes Gift in die Blattlaus und saugt sie dann aus. Auf diese Weise werden von einer Gallmückenlarve 20 bis 50 Blattläuse getötet. Nach ca. einer Woche lassen sich die ca. 3 mm langen ausgewachsenen Larven zu Boden fallen, wo sie sich 1 cm tief in feuchter Erde verpuppen. Aus der Puppe schlüpft nach ca. 10 Tagen das erwachsene Tier, das nachtaktiv ist und sich vom Honigtau ernährt. Zwischen September und April sollten Gallmücken nur bei künstlicher Tageslichtverlängerung und
Temperaturen über 10°C ausgebracht werden, da sonst die Winterruhe (Diapause) eingeleitet wird. Die Nützlingsfirmen vertreiben Gallmücken im Puppenstadium. Die Puppen befinden sich in einem Torf- oder Vermiculitgemisch, das in Form von kleinen Häufchen im Gewächshaus verteilt wird. Nach 2 Wochen sollte ein Zahlenverhältnis von Gallmückenlarven zu Blattläusen von 1:10 erreicht sein. Wenn dies nicht erreicht wird, sollte eine zweite Freilassung vorgenommen oder von vornherein mit dem Verfahren der offenen Zucht gearbeitet werden. Aphidoletes aphidimyza kommt häufig in Kombination mit Aphidius-Schlupfwespen zum Einsatz.
Auch unter den Fliegen finden sich nützliche Arten, die teilweise gezielt zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Verschiedene Raubfliegen der Gattung Coenosia werden zur Zeit in einem Forschungsprojekt für den Einsatz gegen Trauermücken, Weiße Fliegen und Minierfliegen getestet. Die adulten Fliegen fangen ihre Beute im Flug, die ebenfalls räuberischen Larven ernähren sich von Trauermückenlarven im Boden.
Schwebfliegen (Syrphidae) der in Mitteleuropa heimischen Art Episyrphus balteatus werden erst seit kurzem zur Biologischen Schädlingsbekämpfung sowie zur Bestäubung angeboten. Die beinlosen Larven sind im Freiland gefräßige Feinde von Blattläusen und im Sommer häufig zu finden. Ob ihr gezielter Einsatz im Gewächshaus erfolgversprechend ist, muß sich aber erst zeigen.
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