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Was wären wir ohne sie – Algen!

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Manchmal wird die heimische Schwimmteichidylle durch einen Eindringling gestört, der Sie zum Chemiefan werden lässt: Urplötzlich bevölkern Algen den Teich und machen ihn unansehnlich. Doch Algen sind gar nicht so dramatisch, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Im Gegenteil: Algen sind nützlich, attraktiv und spannend. Und sagen sehr viel über den Zustand Ihres Schwimmteiches aus.

Algen als Nahrungsmittel

Die wachsende Weltbevölkerung will ernährt sein, doch die Erde hat kaum noch genügend Platz, um die Nahrungsmengen der Menschen zu decken. Die Suche nach alternativen Nahrungsmittelquellen hat größte Priorität. Die Lebewesen der natürlichen und künstlichen Gewässer rücken daher immer mehr ins Interesse der Ernährungswissenschaftler.

Der Fischreichtum in gesunden Gewässern hängt in hohem Maße von der Menge an Phytoplankton ab. Je mehr davon vorhanden ist, desto besser funktioniert die Nahrungskette von Alge über Fisch bis zum Menschen. Doch die Quelle beginnt zu versiegen.

Noch weisen die Meere und Seen weisen eine hohe Dichte an Lebewesen und damit potenziellen Nahrungsmitteln auf. Neben Fischen und Krustentieren gehören auch die Algen dazu. In Ostasien spielen sie seit Jahrhunderten eine große Rolle. Circa acht Millionen Tonnen werden jährlich für den menschlichen Verzehr produziert, davon gehen rund eine Million in die Produktion von Verdickungsmitteln in Fertiggerichten. Algen ernähren also nicht nur Tiere, sondern auch uns Menschen. Der Schwimmteichbesitzer aber bekämpft Phytoplankton und Fadenalgen, obwohl sie für das System Schwimmteich lebensnotwendig sind. Kaulquappen und Schnecken fressen festsitzende Algen von Wänden und Boden, könnten ohne die Algen nicht überleben.

Algen als Gesundbrunnen

Gesunde Ernährung und gesundes Aussehen stehen in direktem Zusammenhang. Mit den richtigen Kosmetika lässt sich das Aussehen aber noch verbessern. Viele dieser Produkte enthalten Bestandteile aus Algen. Algen finden sich z. B. in Repair Feuchtigkeitscremes oder Anti-Aging-Cremes. Bekanntestes Beispiel ist die Thalassotherapie. Bei dieser Therapieform, kommen Algen in Form von Algenpackungen zur Verbesserung der Haut oder zur Behandlung rheumatischer Beschwerden zum Einsatz. Wer jetzt meint, das Bad im algenbesetzten Schwimmteich wirke wie ein Jungbrunnen, wird ernüchternd feststellen: Nach dem Bad im Schwimmteich fühlt man sich zwar frischer und gesünder. Die Fadenalgen in der Aufbereitungszone haben daran aber nur geringen Anteil. Für den Schwimmteichbesitzer sind sie ein klares Zeichen dafür, wie es um die Gesundheit seines Gewässers steht. Den je nach Algenart und Vorkommen, können Fachleute Aussagen über die Wasserqualität und ggf. notwendige Maßnahmen treffen (s. dazu auch DER SCHWIMMTEICH 1/2005). Ein gewisses Maß an Algen im Teich ist vertretbar, denn sie sorgen durch die ihre Nährstoffaufnahme und Sauerstoffproduktion für die Gesundheit des Teiches.

Algen als Künstler

Das Abfischen der Algen mag zu den weniger attraktiven Arbeiten am Schwimmteich gehören. Aber in jedem Schlechten liegt auch etwas Gutes, sagt ein Sprichwort. Schauen sich beim nächsten Abfischen die Algen doch einmal genauer an. Legen Sie die Algen einmal dicht neben dem Teich ab und warten Sie einen Moment. Nach kurzer Zeit teilen sich die Fäden, ein buntes Kammmolchmännchen kriecht heraus und sucht den Weg zurück ins Wasser. Dicht gefolgt von den unterschiedlichsten Libellenlarven, mal lang und groß, mal kurz und gedrungen.

Die fädige Struktur der Algen scheint gewoben und unterscheidet sich von Alge zu Alge. Manche Fäden sind lang, dick und fest, andere dagegen kurz und sehr weich. Ursache ist oft die Härte des Teichwassers sowie die Jahreszeiten. Je härter das Wasser, desto härter sind die Algenfäden. Als Gegenmaßnahme wird häufig weiches Wasser oder das Absenken der Nährstoffgehalte auf ein Minimum empfohlen. Das führt aber nicht immer zu Erfolg. Es siedeln sich dann einfach andere Algenarten an, die in dem klaren Wasser auch noch in großer Tiefe und mit geringen Nährstoffmengen leben können. Kaum eine andere Pflanzenart ist so optimal angepasst an ihren Lebensraum und so vielfältig. Mit Algen können Sie ohne großen Aufwand auf Entdeckungstour in Ihrem Schwimmteich gehen. Oft reicht schon eine Lupe, ein Bestimmungsbuch (z. B. Kosmos Algenführer) ein wenig Geduld und der Biologieunterricht findet am heimischen Gartenteich statt. Spannender geht´s kaum!

Algen als Stimmungsmacher

Vielen Schwimmteichbesitzern ist mittlerweile klar, dass eine Wasserfläche ohne Algen nichts mehr mit einem natürlichen Teich zu tun hat. In dem Pool oder künstlichen, unbelebten Becken sorgt Chemie für algenfreie Zonen. Es ist die Menge an Algen, über die man sich im Teichbau streitet. In privaten Schwimm- und Badeteichen sind es in der Regel die Fadenalgen, die Kummer bereiten. Sie sind sehr reproduktiv, in ihrer Menge ist schwer zu ermitteln und dem optischem Erscheinungsbild eher abträglich. Seltener hat man es in Schwimmteichen mit schwebendem Phytoplankton zu tun, dass für trübes Wasser sorgt.

Wie viele Algen dürfen im Teich oder Schwimmteich entstehen? In öffentlichen Schwimmteichen gibt es bisher nur einen Anhaltspunkt in den FLL-Empfehlungen für öffentliche Schwimm- und Badeteiche. Dort misst man die Mindestsichttiefe. Je tiefer man sehen kann, desto besser ist die optische Wasserqualität. Bei Fadenalgen aber versagt das System aufgrund des klaren Wassers.

Leider gibt es noch keine verlässlichen Empfehlungen, denn selbst die Normungsgremien weichen gerne einer konkreten Angabe aus. Dabei wäre ein verlässlicher Wert, zum Beispiel die zulässige Menge der Trocken- oder Frischmasse pro Quadratmeter Wasserfläche, sehr hilfreich. Und könnte manchen Streit gleich im Keime ersticken. Diese Angaben müssten sich in einer Empfehlung zum Schwimmteichbau wiederfinden und jeder aufmerksame Leser wäre auf Algenwachstum im Teich vorbereitet.

Gelesen 6404 mal Letzte Änderung am Montag, 11 Februar 2013 15:40
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