re natur Entwässerung DachbegrünungNeben den Dachabläufen oder Dachrinnen gibt es flächige Systeme, die auf bewachsenen Dächern zu Entwässerung eingesetzt werden. Sie sorgen dafür, dass bei flach geneigten Dächern (Dachneigung unter 3° oder 5%), die Substratschichten nicht vernässen. Staunässe führt zur Versauerung und damit u. U. zum Ausfall der Vegetation. Zumindest aber fördert Staunässe ganz erheblich die Bildung von Moosen auf bewachsenen Dächern. Drainschichten übernehmen eine Art Sammelfunktion. Überschüssiges Wasser wird entweder direkt zum Abfluss (Dachablauf, Rinne) geführt oder in speziellen Mulden gesammelt. Es steht dann den Pflanzen bei Trockenheit als Wasserreservoir zur Verfügung.

Drainschichten sind meist aus thermisch verfestigten Geotextilien. Voraussetzung sind Durchwurzelbarkeit, Beständigkeit gegenüber Mikroben, Bodenlösungen und Ungiftigkeit gegenüber Pflanzen. Die Materialstärken schwanken zwischen 150-300 g/qm. Aufgabe der Filterschicht ist es, das Auswaschen von Feinteilen aus der Substratschicht in die Drainschicht zu verhindern. Bei Einschichtbegrünungen entfällt diese Schicht. Filterschichten nehmen überschüssiges Wasser auf, führen es den Abläufen zu, dienen z.T. als Wasserspeicher und vergrößert den durchwurzelbaren Raum. Gleichzeitig übernehmen sie eine Schutzfunktion des darunterliegenden Aufbaues.

Die Drainschicht besteht meist aus Schüttmaterialien (Blähton, Lava, Kies, Bims, Splitt; Körnungen zwischen 2-8 und 10-20 mm, ohne organische Anteile) oder Drainelementen (Platten, Matten, Kunststoffelemente). Die Höhe der Drainplatten, umgangsprachlich auch Eierbecher genannt, messen zwischen 10-60 mm, je nach Einsatzbereich. Bei extensiven Dachbegrünungen kommen gelegentlich auch Drainmatten zum Einsatz, die jedoch unter hohen Lasten weniger druckstabil sind als die o.g. Drainplatten.

Die Materialien sollen frostbeständig, lager- und strukturstabil sein. Bei Extensivbegrünungen mißt die Drainschicht aus Schüttstoffen ca. 4 cm und bei Intensivbegrünungen ca. 10 cm. Auch hier ist auf Versinterungen durch zu hohe Kalkgehalte bei Schüttstoffen (Kalksplitt, Recyclingmaterial) zu achten. Bei Verwendung von Matten sind die Schichtstärken geringer, sie variieren zwischen 2 cm und 8 cm. Bei Einschichtbegrünungen (Dachneigung über 3° oder Aufbauten mit Einschichtsubstraten) entfällt diese Schicht.

Dachabläufe und Dachentwässerung

Die Entwässerung von bewachsenen Dächern sorgt dafür, dass Niederschlagswasser einwandfrei abgeführt werden kann. Man unterscheidet dabei Entwässerungseinrichtungen

  • innerhalb der Vegetationsfläche (Entwässerungsrinnen, Kontrollschächte, Dachabläufe unter Kontrollschächten etc.)
  • außerhalb der Vegetationsfläche (z. T. Dachrinnen, Dachabläufe etc.)
  • getrennte Entwässerungseinrichtungen von begrünten und unbegrünten Dachflächen.

Meist sind die Dachabläufe, zwischen NW 50 bis 100 durch das Gewerk des Dachdeckers schon vorgegeben. Sie nehmen das Überflusswasser aus Dränschicht und Oberflächenwasser auf und sind grundsätzlich mit einer Kiesschüttung oder einem Kontrollschacht zu versehen. Sowohl Dachabläufe als auch Dachrinnen dürfen nicht von der Vegetation überwuchert werden. Die Entwässerung der Steildächer erfolgt in der Traufe mit Kiesstreifen oder Dränrohren, die am jeweiligen Dachablauf enden. Alternativen zu Dachgullies sind die Wasserspeier im Traufbereich. Bei Dächern über 10 Grad erfolgt ein z. T. starker Wasserabfluß. Das gilt ebenso für Kehldachentwässerungen, bei denen zwei Dächer über einen Abfluß entwässert werden. Bei Intensivbegrünungen sind meist Anschlüsse für Wasserleitprofile an den Stau-und Kontrollschächten vorzusehen. Diese Profile, meist Drainrohre DN 50, in der Drainschicht verlegt, sollen eine gleichmäßige Be- und Entwässerung ermöglichen. Gelegentlich kommen Anstaugarnituren zum Einsatz, die das Halten eines gleichmäßigen Wasserstandes zur Bewässerung auf der Dachfläche gewährleisten sollen. Unbedingt zu beachten ist die Nutzung der darunterliegenden Räume sowie der Dachaufbau, denn eine angestaute Wasserfläche wirkt wie eine Dampfsperre. Alternativ zur Anstaubewässerung sind Tröpfchenbewässerungen oder Beregnungsanlagen möglich. An- und Abschlüsse an aufgehenden Bauteilen, Dachdurchdringungen und Dachränder müssen durch Kiesstreifen von der Vegetationsfläche getrennt werden. Bei An- und Abschlüssen sind die Wurzelschutzbahnen mind. 15 cm über die Substratoberkante hochzuführen. Stärke und Breite der Kiesstreifen richtet sich nach DIN 18195 und DIN V 18531. Am häufigsten eingesetzt werden gewaschener Rundkies, Körnung 16/32 oder Betonplatten 50/50/5 cm. Durch die Verwendung von ausreichend dimensionierten Rinnensystemen kann das Hochführen der Wurzelschutzbahn an aufgehenden Bauteilen ggf. unterbleiben.

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