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Dachbegrünung 15. Grundlagen der Pflanzenauswahl

Grundsätzlich sollten nur an den exponierten Standort Dach angepaßte Pflanzen verwendet werden. Sie sind auf die mittel- und langfristige Entwicklung ausgerichtet. Die genaue Kenntnis der Arten, ihr Wurzelverhalten und ihre Empfindlichkeiten in bezug auf ihre Verwendung auf Dachflächen, entscheidet über die erfolgreiche Durchführung einer Dachbegrünung. Einfluß darauf nehmen die beeinflußbaren Standortfaktoren wie: Substratqualität, Nährstoffangebot, Bodenfeuchtigkeit (Bewässerung), Schutzwirkung durch größere Gehölze etc. Bei der Auswahl der Pflanzen sollte auf den Rat von Firmen zurückgegriffen werden, die sich mit diesen Spezialkulturen befassen.

Es werden folgende Begrünungsformen im Extensivbereich unterschieden:
für Flachdächer
- Moos-Sedum Bewuchs
- Sedum-Moos-Kraut Bewuchs
- Sedum-Gras-Kraut Bewuchs
- Gras-Kraut Bewuchs

für Steildächer
- Moos-Sedum Bewuchs
- Sedum-Moos-Kraut Bewuchs
- Sedum-Gras-Kraut Bewuchs

Zur Verwendung kommen überwiegend Sukkulenten und Stauden der Magerwiesen- und Trockenrasenstandorte (xeromorphe Pflanzen). Eine Pflanzenliste ist im Anhang gesondert aufgeführt. Angeboten werden Pflanzen in Kegelballen, Flachballen oder 8er und 9er Töpfen. Die benötigte Menge/qm liegt, je nach Kulturgefäß, zwischen 8-10 St./qm (8er/9er Tb) und 20 St./qm (bei Kegelballen). Unterschiede bestehen hier in der Länge der Kulturdauer und damit Größe und Preis der Pflanze. Vorteile einer Pflanzung sind der relativ schnelle Bestandsschluß und damit die Sicherung des Substrates vor Erosion. Zudem kann bei Pflanzungen aktiv Einfluß auf die Gestaltung genommen werden. Alternativ zur Pflanzung kann man Pflanzenteile (Sprossen, Saat) mit Trocken- oder Naßansaaten aufbringen. Hier werden Pflanzenteile durch Aussäen auf eine Vegetationschicht zum Anwurzeln und Wachsen gebracht. Wichtig sind anschließendes Wässern und einwandfreies Pflanzenmaterial. Sprossen faulen sehr schnell, müssen daher zügig verarbeitet werden.

Bei Naßansaaten im Spritzverfahren wird Saatgut durch eine Mulchschicht und einen Zellulosekleber auf dem Substrat fixiert. Das Medium enthält Nährstoffe und wird im wässrigen Zustand mittels einer Pumpe ausgebracht. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für große Flächen. Ein fertiges Aussehen der Flächen erreicht man mit dem Verlegen von Vegetationsmatten. Auf Kokosbasis oder auf Steinwollträgern werden Matten mit Gras-Kräuter-Sedum-Vegetationen angeboten. Im Durchschnitt wiegen die Matten 25 kg/qm und reduzieren die anschließende Pflege. Auf das schnelle Anwachsen ist zu achten, denn trockene Vegetationsmatten sind u.U. stark windempflindlich. Vor dem Einsatz von Naßansaaten und Vegetationsmatten sind die Substrate ausreichend zu wässern.

Weiter (Pflege)

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