Baden im Biotop - ein Stück Natur zurückgeholt

In einem Haus aus dicken Baumstämmen zu wohnen, unter einem bewachsenen Dach, und vor der eigenen Haustür ein natürliches Badeparadies mit kristallklarem Wasser - diesen Traum erfüllte sich der Gärtnermeister Erhard Genschmer aus Friesack. Seine Frau Heide und seine beiden kleinen Prinzessinnen genießen mit ihm zusammen das Eingebettetsein in die Natur. Dabei ist es nicht ganz einfach, sich solch ein Paradies, beheizt über die Wärme der Erde, zu schaffen.

Nicht nur, daß die Bäume im Baltikum ausgesucht, gefüllt und zugerichtet werden mußten, es durfte auch nicht ins Haus hineinregnen oder gar hineinwachsen. Seit Jahrzehnten bewährte wurzelfeste Kunststoffbahnen übernehmen diese Abdichtung auf dem Dach genauso wie im Schwimmteich.

Das Einrichten eines Badeteiches ist das Eine, ein Anderes ist es, diesen auch dauerhaft zu einem Genuß für die Bewohner werden zu lassen. Der Wind treibt permanent Humuspartikel heran und in jedem Herbst fallen Blätter in das Gewässer. Beim intensiven Badebetrieb werden Stickstoff und auch Keime an das Wasser abgegeben. Eine wirksame Filter- und Umwälztechnik sorgt dafür, daß zu jeder Zeit ein optimales Badewasser zur Verfügung steht. Das Wasser wird dazu durch eine Sandpassage geleitet. Dabei bauen die an den Sandkörnern siedelnden Mikroorganismen organische Substanz und auch Keime ab. Dieses Verfahren nutzen die Niederländer, die das schmutzige Rheinwasser durch die Dünen von Sandfort leiten auf dem Wege zum Trinkwasser. Nährstoffe werden bei diesem Prozess umgewandelt. So kann Stickstoff an die Luft abgegeben, Phosphat im Bodensediment festgelegt werden. Wird dann der Boden ein-, zweimal im Jahr abgesaugt -leichter geht es mit einer Schwallentwässerung über einen Bodenablauf - so kommen damit Nährstoffe wieder aus dem Schwimmteich wieder heraus.

Auch über die Entnahme von [autolink=1]Schwimmpflanzen[/autolink], z.B. Krebsschere, Hornkraut oder Froschbiss werden Nährstoffe entnommen. Über den Komposthaufen können sie dann wieder in den Garten gelangen und düngen dort Obst und Gemüse. Je weniger Nährstoffe ein aquatisches System enthält umso weniger Algen können sich entwickeln. Diese kleinsten Pflanzen sind der Start des Lebens im Gewässer. Eine massenhafte Entwicklung läßt schon mal das Wasser trüb werden. Sind genügend Sumpf- und Unterwasserpflanzen im Teich vorhanden, also wirksame Nahrungskonkurrenten, reduziert sich das Algenproblem merklich. Obwohl ja auch diese Algen ein Lebensrecht haben, sind sie die ersten in der Nahrungskette. Und ohne sie gäbe es keinen Sauerstoff. Zudem sind sie ein gefundenes Fressen für Wasserflöhe - Daphnien - die sich von den Algen ernähren. Treten diese in Mengen auf brauchen die Daphnien noch nicht mal Männlein und Weiblein für die Vermehrung. Sie werden auch mit einer Algensuppe fertig. Nur ein wenig Zeit zum Fressen sollte man ihnen dafür geben bis der Teich wieder kristallklar ist.

Weitere Informationen enthält eine Broschüre, die kostenlos angefordert werden kann bei re natur, 24601 Ruhwinkel oder www.re-natur.de.