Sumpfbeetklärstufen
(SBK)
Vor allem im ländlichen Gebieten besteht ein starker Nachholbedarf an Klärmöglichkeiten für kommunale Abwässer. 1979 waren für 12 % der Bevölkerung noch keine Kanalisation vorhanden (re-natur 1991), vorwiegend für kleine Dörfer und einzelstehende Gehöfte, die sich an belastungsempfindlichen Bachoberläufen befinden.
Durch den Oberflächeneintrag gelangen N- und P-Verbindungen in Oberflächengewässer und Grundwasser. Die Folge sind Gewässereutrophierung und NO3- Anreicherung im Trinkwasser.
Die erhöhte Aufnahme von NO3- im Magendarmtrakt, die Nitritbildung
und daraus entstehende Nitrosamine (cancerogen) in der Mundhöhle
haben in der Gewässerschutzverordnung zu einem NO3-Grenzwert
von 50 mg/l Trinkwasser geführt (SOEDER et al 1989). Alternativ
zur Klärung in konventionellen Kläranlagen entstanden
aus traditionellen Landbehandlungsmaßnahmen (Verrieselung,
Verregnung) heraus die Sumpfbeetklärstufen (SBK).
Als PKA werden Anlagen definiert, bei denen Abwasser einem mit ausgewählten
Sumpfpflanzen (Helophyten) besetztem Feuchtgebiet (Pflanzenbeet,
Wurzelraum, bewachsene Bidenfilter, intesnsiv bewachsener Teich
in Kombination mit einem Bodenfilter etc.) zum Zwecke der Reinigung
zugeführt wird (MERTSCH 1988'.
