Kein kleiner Fisch: Die richtige Planung von Gartenteichen und Zierbecken

Koi im Gartenteich re natur
„Sich fühlen wie ein Fisch im Wasser“ – diese Redensart kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein situatives Wohlgefühl im Einklang mit der Umgebung beschrieben wird. Betrachtet man jedoch private Teiche mit Fischbesatz, wird schnell deutlich, dass diese Assoziation in vielen Fällen mit der Realität nicht viel gemein hat. Wer jedoch bestimmte Regeln beachtet, kann seinen Fischen einen artgerechten und optisch ansprechenden Lebensraum schaffen.

Die Ursachen für die Beziehungsprobleme zwischen Mensch und Fisch sind vielfältig. Teiche mit Fischbesatz sind sensible Ökosysteme, die von vielen Faktoren im Gleichgewicht gehalten werden. Wer Fische in seinen Teich setzen, sollte daher bereits im Vorfeld mit ausgewiesenen Fachleuten sprechen. Oft werden die Bedürfnisse der Fische schlichtweg nicht berücksichtigt. Die erste goldene Regel: Kein Fischbesatz ohne vorherige Wasseranalyse. Die Ergebnisse geben dann Aufschluss über all jene Parameter, die für das Milieu von Fischen entscheidend sind.

Liegen die Wasseranalyse und Fotos der Teichanlage vor, können wir qualifizierte Beratungshilfe leisten und gemeinsam mit dem Bauherrn, Planer und ausführenden Unternehmen ein Konzept erstellen. Mithilfe der im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen kann die Wasserqualität dann auf ein für die Fische optimales Niveau gebracht werden. Ist der Teich für den Einzug der Fische vorbereitet, geht es an die Auswahl der Fischarten. Kleine, heimische Arten wie Bitterlinge und Moderlieschen haben den Vorteil, dass sie nicht zusätzlich gefüttert werden müssen. Sie ernähren sich von Mückenlarven und anderen Kleinstlebewesen. Der Verzicht auf eine Zugabe von Futtermitteln begünstigt eine längerfristige Stabilität des Gleichgewichtes im Wasser. Bei klassischen Gartenteichfischen wie Goldfisch, Shubunkin oder Koi empfehlen wir mit hochwertigen Futtersorten zu füttern. Diese sind für eine gute Überwinterung der Fische und ein stabiles Immunsystem von großer Bedeutung.

Wasseranalyse im FischteichBei der Wahl des Futters sollten Fischbesitzer darauf achten, dass alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung deklariert sind. Die alleinige Deklarierung von Rohproteinen, Rohfetten und Rohfasern ist für eine Bewertung der Qualität nicht ausreichend.

Bei der Fütterung von Fischen gilt wie in vielen Lebenslagen: Weniger ist mehr. Werden Fische überfüttert, führt dies mittelfristig zu einer rapiden Vermehrung der Population im Teich und zu einer starken Belastung des Wassers, die nur durch leistungsstarke Filtertechnik abgebaut werden kann.

Zu guter Letzt noch ein wichtiger Pflegetipp für Teiche mit Fischbesatz bereit: Wer einen Teil des Wassers in seinem Fischteich regelmäßig durch geeignetes oder entsprechend aufbereitetes Frischwasser austauscht, reduziert damit die Nährstoffbelastung und Keimkonzentration und leistet einen weiteren wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung der Fische. Insbesondere bei kleinen Teichen mit starkem Fischbesatz ist der Wasserwechsel besonders wichtig und kann im Frühjahr und Herbst gut mit der Grundreinigung durch einen Schlammsauger kombiniert werden.

Die Vorteile eines ganzheitlichen, fachkundigen Konzeptes für den Teich mit Fischbesatz liegen auf der Hand: Es sorgt dafür, dass der Teich mit einem moderaten Pflegeaufwand in einem ansprechenden optischen Zustand bleibt und sich die Fische in ihm wohlfühlen. Es ist doch besser, kontinuierlich das Gleichgewicht zu halten als zu warten, bis alles zu spät ist, um dann in blinden Aktionismus zu verfallen