Typhlodromips swirskii
Stichwörter: Swirskii, Amblyseius swirskii, Raubmilbe
Die natürlicherweise im östlichen Mittelmeerraum vorkommende und daher gut an hohe Temperaturen angepasste Raubmilbe Typhlodromips swirskii ist ein Gegenspieler zur Unterstützung der Bekämpfung von Thripslarven, Larven der Weißen Fliege und Spinnmilben.
T. swirskii ist ein sehr polyphager Nützling, der sich bei Nahrungsknappheit auch für längere Zeit ausschließlich von Pollen oder auch Pflanzensäften ernähren kann. In pollenarmen Kulturen sollten ihr aus diesem Grund ggf. für Übergangszeiträume Pollenpflanzen zur Verfügung gestellt werden.
Die lang-ovale Gestalt vom T. swirskii ähnelt stark den beiden Raubmilben Amblyseius cucumeris und Amblyseius californicus, von denen sie mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden ist. Die Körperfärbung kann in Abhängigkeit der aufgenommenen Nahrung jedoch von einem hellen Gelb bis zu einem kräftigen Rot stark variieren.
Ihre langen Beine machen diese Raubmilbe sehr beweglich und schnell. Durch ihr ausgeprägtes Suchverhalten werden auch versteckt lebende Schädlingsstadien sicher aufgespürt und bekämpft. Mit ihrem ersten Beinpaar, das die Funktion eines Tastorgans hat und den scherenförmigen Mundwerkzeugen (Cheliceren), die mit kleinen Zähnchen besetzt sind, greift sie die Beute sicher und verletzt sie. Anschließend wird das Körperinnere der Beute durch die Abgabe eines Verdauungssaftes verflüssigt und aufgenommen.
Die Entwicklung der Raubmilbe T. swirskii ist stark Temperatur abhängig. Im optimalen Temperaturbereich von 25 bis 28°C und einer rLf von 75 bis 80% dauert sie vom Ei über drei Jugendstadien bis hin zum erwachsenen Tier zwischen 7 und 15 Tagen. Selbst bei Temperaturen oberhalb von 38°C bleibt diese Raubmilbe noch aktiv.
Anwendung:
Die Anwendung der Raubmilbe sollte in Abhängigkeit von ihren Temperaturbedürfnissen bereits möglichst früh nach dem ersten Auftreten der Schädlinge erfolgen. Eine regelmäßige Befallskontrolle ist dabei für das Feststellen des Erst-befalls unerlässlich.
Bei der Verwendung von Streuware die Verpackung vor dem Öffnen am Einsatzort gründlich drehen. Die Raubmilben, die sich gerne unter dem Deckel im oberen Teil der Dose aufhalten, werden so gleichmäßig in dem Trägermaterial verteilt. Streuen Sie danach den Packungsinhalt dünn auf max. 500 m² Fläche bei 50 Tieren pro m² direkt auf die Blätter im oberen Bereich der Pflanzen aus. Die leere Dose sollte noch einige Tage im Bestand verbleiben, damit auch restliche Raubmilben abwandern können. Die Freilassung sollte in Abhängigkeit des Befallsdrucks mehrere Male in Abständen von 7 bis 14 Tagen wiederholt werden.
Bei der Verwendung von Tütenware 1 Tüte pro 4 m² am Einsatzort in den oberen Bereich der Pflanzen aushängen. Die Tüten können dort für mindestens 8 Wochen hängen bleiben, da während dieser Zeit aus ihnen Raubmilben in den Bestand wandern. Die Tüten nicht zusätzlich lochen. Die Ausbringung sollte nach 4 Wochen wiederholt werden.
Erhöhen Sie ggf. die Luftfeuchte auf den Optimalbereich durch das zeitweilige Besprühen der Pflanzen mit Wasser von oben. Achten Sie aber darauf, dass die Blätter nicht zu nass werden, da sonst die Raubmilben auch abgewaschen werden können.
