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Noch vor 12 Jahren war der nur 5mm große Schmetterling in Deutschland unbekannt. Heute beschäftigt er zahlreiche Arbeitsgruppen der Institute für Pflanzenkrankheiten und auch die Biologische Bundesanstalt hat eine Sektion zur Erforschung seiner Biologie ins Leben gerufen. In Prag fand im März 2004 sogar ein internationales Symposium statt, speziell um die Forschungsergebnisse über diesen Schädling zusammenzufassen. Es wird offensichtlich alles daran gesetzt, nach Möglichkeiten zu suchen, die Kastanien-Miniermotte in Schach zu halten.
Der europäische Siegeszug des Kleinschmetterlings, der zur Familie der Blatt- oder Miniermotten (Gracillariidae) gehört, begann 1984 im Grenzgebiet von Albanien zu Mazedonien, in der Nähe des Ohridsee. Zwei Jahre später wurde die Art als Cameraria ohridella wissenschaftlich beschrieben. Von da an ging es mit der Verbreitung vermutlich via Österreich quer durch Europa in Windeseile und dies kann wörtlich genommen werden, denn die Verbreitung des winzigen Schmetterlings erfolgt hauptsächlich durch Winddrift. Die ursprüngliche Heimat dieses Schädlings ist bisher noch nicht bekannt. Andere Arten der Gattung Cameraria sind im Süd-Osten Asiens sowie in den USA beheimatet. Zur Biologie
Die weiblichen Motten beginnen nach der Paarung, etwa zur Zeit der Kastanienblüte, ca. 0,3mm große Eier auf die Blattoberseite ihrer Wirtspflanzen abzulegen. Dies ist erstrangig der untere Kronenbereich von Rosskastanien (Aeculus hippocastanum) aber auch Aesculus flava und Aesculus pavia, während die Entwicklung des Schädlings auf rotblühenden Hybriden von A. hippocastanum vorzeitig mit dem Tod der Larven endet. Auch Ahorn (Acer platanoides und Acer pseudoplatanoides) wird, wenn auch in geringerem Umfang, befallen.
Die nach etwa zwei Wochen schlüpfenden Eiräupchen bohren sich in das Blattgewebe ein und fressen nun gut geschützt das Blattgewebe zwischen Blattober und –unterseite. Es entseht das deutlich sichtbare Schadbild einer Blattmine, die sich innerhalb der fünfwöchigen Entwicklung unter Bildung von sechs Larvenstadien ständig vergrößert. Die Verpuppung erfolgt in einem Kokon innerhalb der Blattmine. Nach einer Puppenzeit von 14 Tagen, etwa Ende Juni, schlüpfen die adulten Motten durch ein Loch auf der Blattoberseite, dass die Puppe zuvor geschaffen hat. Nach kurzer Paarung schließt sich der Kreislauf mit erneuter Eiablage. Jetzt werden auch die oberen Kronenbereiche besiedelt. Jährlich können sich je nach Breitengrad bis zu vier Generationen entwickeln. Die Überwinterung erfolgt als Puppe im am Boden liegenden Laub. Der Schaden
Durch den Fraß der Raupen im Blattgewebe entstehen Gangminen, die sich zu mehreren Quadratzentimeter großen, auffälligen Platzminen entwickeln. Bei starkem Befall, es können bis zu 300 Minen pro Blatt sein, kommt es zur Verbräunung der Blätter und einem Erscheinungsbild, das dem Symptom des Blattbräunepilzes Guignardia aesculi ähnlich ist. Über Jahre hinweg kann der betroffene Baum durch Verlust an Assimilationsfläche geschwächt und die Anfälligkeit für Sekundärinfektionen durch Pilze erhöht werden. Da die vor etwa 300 Jahren bei uns eingeführte Rosskastanie eine sehr beliebte Baumart in der städtischen Grünflächenplanung und auch im gastronomischen Bereich (z.B. Biergärten) ist, kann durch den Verlust des Zierwertes auch ein wirtschaftlicher Schaden entstehen. Möglichkeiten zur Schadenseindämmung
Jedes nichtintelligente Lebewesen wird durch spezifische Feinde in seiner Populationsentwicklung gehemmt und auf diese Weise in seine ökologischen Schranken verwiesen. Im Falle eines Schädlings bezeichnen wir diese natürlichen Feinde als Nützlinge. Larven und Puppen von Miniermotten werden hauptsächlich von verschiedenen Schlupfwespen-Arten (Parasitoide) dezimiert. Allerdings erreichen die 20 beschriebenen heimischen Parasitoiden-Arten gerade einmal 5 bis maximal 20%, zu wenig, um die rasante Vermehrung der Kastanien-Miniermotte zu stoppen. Am Zoologischen Institut der Universität Bern prüfte man den Einsatz von sogenannten Massenschlupfanlagen für Parasitoide. Motten und Parasitoide wurden mittels einer Trennvorrichtung mechanisch voneinander getrennt. 75% der geschlüpften Parasitoide konnten die Trennvorrichtung überwinden, aber nur 1% der Motten schaffte den Flug ins Freie. Aus 4kg Laub schlüpften bis zu 800 Parasitoide.
Spinnen, Wanzen und Weberknechten sind die natürlichen Feinde der erwachsenen Motten. Offensichtlich fehlen hierzulande entsprechende Nützlingsarten, die die Kastanien-Miniermotte ausreichend dezimieren. Andererseits muss vor der ungeprüften Einfuhr faunenfremder Nützlinge gewarnt werden, um das ökologische Gleichgewicht nicht zu stören.
Der Einsatz von teilweise stark giftigen Insektiziden sollte aus ökologischen und toxikologischen Gründen unbedingt unterbleiben.
Da die Motte im Laub überwintert, war bisher das gründliche Entfernen möglichst aller Blätter die einzige Möglichkeit der Schadensbegrenzung. Bis zu 4.500 Kastanien-miniermotten können aus nur 1kg trockenen Laubes schlüpfen. Andererseits werden dadurch die natürlichen Feinde ebenfalls mit dem Laub entfernt. Neue Hoffnung macht ein kürzlich entwickelter spezifischer Sexuallockstoff der die Männchen anlockt, die dann in speziellen Pheromonfallen abgefangen werden. Unbefruchtete Miniermottenweibchen können sich nicht weiter vermehren. Sinnvoll ist der Einsatz auf jeden Fall zur Überwachung des Falterfluges. Zur Befallsreduzierung können die Fallen zum Zeitpunkt des Schlüpfens der ersten Generation im Jahr, zur Zeit der Rosskastanienblüte, einen Beitrag leisten. Dieser Zeitraum ist besonders wichtig, da die natürlichen Gegenspieler, in erster Linie Schlupfwespen, dann noch nicht aktiv sind und die Schadmotten zu dieser Zeit ihre Populationen aufbauen.

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