Faschinen
Faschinen sind ursprünglich mit Draht gebundene Bündel aus totem Reisig oder lebendigen, frisch geschnitten Weidenästen. Der Standarddurchmesser dieser Bündel liegt bei 25 bis 30 cm und die gebräuchlichste Länge beträgt 3 Meter. Faschinen aus Kokos oder mit Steinen gefüllte Drahtfaschinen sind eher neuzeitliche Sonderformen.
Schon immer wurden Faschinen zum Schutz vor Erosion bei Böschungen und Gräben verbaut. Hierbei können Sie sowohl einlagig als auch mehrlagig als Fußsicherung an Wällen und Dämmen und zur Terrassierungen eingesetzt werden. Meist werden Pfähle aus Nadelholz oder Robinie im Abstand von 60 - 100 cm in den Boden eingeschlagen und die Faschinen werden dann dahinter entlang des Böschungsfußes verlegt. Hierdurch wird zum einen das Abrutschen der Böschung verhindert und zum anderen die Ausspülung von Oberboden gebremst.
Andere Anwendungen bei denen Faschinen eingesetzt werden sind die Herstellung von Lahnungen, die zur Landgewinnung im Wattenmeer dienen.
Faschinen aus Laub- und/oder Nadelholz zur Sicherung der Böschung
Faschinen als Rutenbündel werden von den Menschen schon seit der Antike zum Bau von Befestigungen und zur Befestigung von unwegsamen Verkehrswegen genutzt.
Erst mit Beginn der Industrialisierung und der Massenproduktion von Draht entstand die bis heute verwendete, mit Draht gebundene Faschine .
Totholzfaschinen sind hierbei die einfachste und kostengünstigste Form der Faschinen. Denn das Ausgangsmaterial aus toten Ästen von Laub oder Nadelgehölzen ist fast immer verfügbar. Sie sind ein bewährtes Element des biologischen Wasser- und Erdbaus, um instabile Böschungen nachhaltig zu sichern. Diese eng gebundenen Walzen aus abgestorbenem Astmaterial werden meist horizontal in den Hang eingebaut, um abfließendes Oberflächenwasser zu bremsen. Durch diesen mechanischen Widerstand wird verhindert, dass wertvoller Boden bei Starkregen weggespült wird und sich Erosionsrinnen bilden. In Gewässernähe dienen sie zudem als natürlicher Uferschutz, da sie die Wellenenergie brechen und Sedimente zwischen den Zweigen einfangen. Neben ihrer technischen Schutzwirkung bieten Totholzfaschinen zudem wertvolle Mikrohabitate für Insekten und kleine Amphibien
Austriebsfähige Faschinen aus Weide zur Sicherung von Ufern
Faschinen aus frisch gebündelten Weidenästen haben gegenüber den Faschinen aus Laub- oder Nadelholz einen entscheidenden Unterschied. Die abgeschnittenen Weidenäste sind unter den richtigen Bedingungen in der Lage, Wurzeln auszubilden und wieder zu eigenständigen Weiden heranzuwachsen.
Hierfür ist es aber erforderlich, dass die Faschinen einen direkten Kontakt zum Boden haben und dass das Erdreich einen hohen Feuchtigkeitsgehalt hat. Ist dies nicht gewährleistet, werden die Weidenäste vertrocknen.
Aus wasserbaulicher Sicht sind Faschinen aus Weide differenziert zu betrachten. Während die lebenden Weiden durch Ihr Wurzelwerk einen hervorragenden Erosionsschutz bieten und die tief hängenden Äste zur Minderung der Fließgeschwindigkeit bei Hochwasser beitragen, so erschwert der Bewuchs auch die Instandhaltung und Wartung von Wasserstraßen.
Eine Faschine aus Kokos ist langlebig und auch auf Spielplätzen einsetzbar
Bei diesen Faschinen werden Kokosfasern im Hochdruckverfahren in einen Faschinenschlauch aus Polypropylen oder alternativ aus Kokosnetz gepresst.
Hierdurch erreichen sie eine erstaunliche Festigkeit, Dichte und Stabilität, die die Eigenschaften von gebundenen Totholzfaschinen deutlich übersteigt.
So sind Ausspülungen von Sand oder Oberboden durch die Faschine hindurch quasi ausgeschlossen.
Eine Faschine aus Kokos ist i.d.R. nicht nur sehr lange haltbar (>10 Jahre), sie trocknet nach einem Regenschauer auch schnell. In Verbindung mit einer Oberflächenstruktur ohne harte Spitzen, Kanten oder andere Verletzungsmöglichkeiten, ist die Faschine aus Kokos inzwischen sehr beliebt beim Bau von Einfassungen von Sandkisten und Kinderspielplätzen.










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