Apfelgespinstmotte

Apfelgespinstmotte

Apfelgespinstmotte

Apfelbaumgespinstmotte bekämpfen

Die Apfelbaumgespinstmotte oder auch einfach Apfelgespinstmotte (Yponomeuta malinellus) ist ein Falter aus der Familie der Gespinstmotten (Yponomeutidae). Ein Massenvorkommen kann zum völligen Ernteausfall führen und auch das Wachstum der Bäume erheblich stören. Durch rechtzeitige Maßnahmen kann ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Haus- und Kleingarten sehr gut entgegengewirkt werden.

Merkmale der Apfelgespinstmotte

Die Apfelgespinstmotte ist ein ca. 10 mm langer weiß gefärbter Falter, dessen Flügeldecken eine Musterung mit schwarzen Punkten tragen. Die Flügelspannweite beträgt etwa 20 mm, die Flugzeit ist von Ende Juni bis in den August. Die in den Gespinsten lebenden gelblich-grau gefärbten Raupen erreichen während ihrer Entwicklung eine Länge von ca. 2 cm. Sie besitzen eine dunkle Kopfkapsel und tragen seitlich schwarze Flecken.

GespinstmottenfalterGespinstmottenfalter
Gespinstmottenfalter
ApfelgespinstmottenraupeApfelgespinstmottenraupe
Apfelgespinstmottenraupe
Entwicklung der Apfelgespinstmotte

Die Apfelgespinstmotte entwickelt nur eine Generation im Jahr. Nach der Überwinterung als Eiraupe werden die Larven im April bei Temperaturen ab 12 °C aktiv und dringen in Blattknospen ein. Die jungen Raupen minieren zuerst in den Blättern zwischen Ober- und Unterhaut. Dabei wird der Blattteil zur Blattspitze hin befallen und verfärbt sich braun. Etwa 2 Wochen später häuten sich die Raupen und verlassen die Blattminen ungefähr zur Apfelblüte im Mai. Sie beginnen damit, Gespinste zu ihrem Schutz zu produzieren, indem sie mehrere Blätter zusammenspinnen. Darin fressen sie an den Blättern und lassen nur die Blattadern stehen. Durch Einspinnen immer weiterer Blätter können in den Gespinsten schließlich bis zu 300 Raupen gesellig zusammen leben. Nach insgesamt 6 - 7 Wochen verpuppen sich die Raupen Mitte/Ende Juni jeweils in einem dichten weißen Seidenkokon, die im Raupengespinst, das inzwischen voller Kotkrümel ist, sichtbar hängen. Die Puppenruhe dauert 2 - 3 Wochen. Die schlüpfenden Falter sind dämmerungsaktiv und halten sich tagsüber an den Blattunterseiten auf. Etwa drei Wochen nach dem Schlüpfen beginnen die Weibchen mit der Eiablage in Knospennähe. Als Schutz für die Überwinterung wird das aus bis zu 80 Eiern bestehende Gelege noch mit einer Schutzschicht abgedeckt, unter dem die jungen Raupen noch im Herbst schlüpfen.

Schadbild durch die Apfelgespinstmotte

Gespinstnester aus zusammengesponnenen Blättern. Blätter werden bis auf die Blattadern weggefressen.

Maßnahmen gegen die Apfelgespinstmotte

Die Apfelgespinstmotte mit Nützlingen zu bekämpfen ist nicht möglich. Durch rechtzeitige Maßnahmen in einem frühen Befallsstadium kann aber man größere Schäden vermeiden.

  • im Frühjahr befallene Blätter mit Minierspuren/Verfärbungen entfernen
  • Gespinste herausschneiden
  • Untersuchung der Triebe während des Obstbaumschnitts auf Eigelege und die gegebenenfalls abkratzen

 

Im frühen Raupenstadium, wenn noch keine dichten Gespinste da sind, kann mit biologischen Pflanzenschutzmitteln auf Bacillus thuringiensis-Basis gearbeitet werden, z. B. Xentari® Raupenfrei. Achtung! Aktuelle Zulassungssituation beachten.

 

27. Dezember 2022

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