Aufbauanleitung Flachdachbegrünung

Aufbauanleitung Flachdachbegrünung
10. März 2023
Aufbauanleitung Flachdachbegrünung
Aus Kategorie: Dachbegrünung

 

Aufbauschema Dachbegrünung Flachdach

Aufbauschema Kontrollschacht 

Vorbemerkung

Anforderungen Dachkonstruktion

Bitte beachten Sie vor dem Bestellen und Aufbringen der
re-natur Dachbegrünungspakete folgende Anforderungen an
die Dachkonstruktion:
· Die Dachkonstruktion muss die zusätzliche Last von ca.
50-100 kg/m² (je nach re-natur Dachbegrünungspaket) als
Lastreserve schadensfrei tragen können.
· Ihre Dachfläche muss wurzelfest abgedichtet sein. Dazu
eignen sich wurzelfeste Dachdichtungsbahnen (z. B. Ökodachdichtung).
Auf einer vorhandenen Dachdichtung kann eine
Wurzelschutzfolie (z. B. re-natur Wurzelschutzbahn) als
Durchwurzelungsschutz der Dachabdichtung dienen.
Eine Wurzelschutzbahn ist kein Ersatz für eine Dachdichtung.
· Die re-natur Dachbegrünungspakete eignen sich für Dächer
nur bis zu einer Dachneigung von 1-15°. Bei steileren Dachneigungen
sind entsprechende geeignete Schubsicherungen
zu montieren. Bitte wenden Sie sich dazu unser Team, das
Ihnen gerne ein entsprechendes Angebot ausarbeitet.
· Achten Sie auf einen sicheren Ablauf des Regenwassers von
Ihrer Dachfläche. Neben einem Dachablauf oder einer Dachrinne
gehört auch ein Notüberlauf zur Dachentwässerung.

Sicheres Arbeiten auf dem Dach

Beim Aufbau der re-natur Dachbegrünungspakete befinden
Sie sich auf einer Dachfläche, hier droht Absturzgefahr,
besonders beim Arbeiten an den Dachrändern. Beachten
Sie auf jeden Fall die gesetzlichen Anforderungen zur Absturzsicherung
und folgende Punkte:
· Vermeiden Sie Stolperfallen wie herumliegende Werkzeuge,
Verpackungsmaterial etc.!
· Sichern Sie Leitern und andere Zugangshilfen gegen
Verrutschen etc.!
· Arbeiten Sie mit besonderer Sorgfalt auf der Dachabdichtung,
Wurzelschutzfolie, damit Sie die Dichtungsbahnen nicht
beschädigen.
· Achten Sie beim Arbeiten auf lose verlegten Dichtungsbahnen,
Wurzelschutzbahnen, Vliesen und Dränschichten auf
einen sicheren Stand.

 

In neun Schritten zum Gründach

Schritt 1
Überprüfen Sie die Lieferung auf Vollständigkeit und organisieren Sie ggf. ausreichend Hilfe für die Verlegung der Materialien. Leiter, Schere, Harke/Rechen, Schlauch zur Bewässerung und Kiesel für den umlaufenden Kieselstreifen liegen griffbereit.


Tipp: Schneiden Sie das Geovlies über dem Dachablauf aus. Ansonsten verstopft die Schutzlage durch die feinen Bodenteile sehr schnell und es kommt zu erhöhten Dachlasten durch Staunässe. Seien Sie beim Ausschneiden vorsichtig, damit Sie die Dachdichtungsbahn nicht beschädigen.

Schritt 2
Verlegen Sie das Geovlies (300g/m²) vollflächig mit einer Überlappung von 10 cm und führen Sie diese Schutzlage an den Dachrändern bis zur späteren Oberkante der Substratschicht (Gesamtaufbauhöhe 8 cm) hoch. Die Schutzlage wird auch unter dem Kieselstreifen verlegt. Das Geovlies lässt sich mit einer scharfen Schere oder einem Cuttermesser gut zuschneiden.


Tipp: Bei Wind können Sie die Dränplatten beim
Verlegen mit Wasser füllen, sie bleiben dann besser liegen. Die seitlichen Flügel des Kontrollschachtes können passend zum Standort anpassen.

Schritt 3
Verlegen der Dränplatten. Sie werden vollflächig ohne Überlappung und mit den Öffnungen nach oben verlegt und an den Dachrändern bzw. am Dachablauf mit einem scharfen Cuttermesser ausgeschnitten. Die Dränplatten werden bis zum Dachrand, also auch unter dem Kieselstreifen, verlegt.


Tipp: Bei windigem Wetter können Sie das Verwehen des Filtervlies durch das Beschweren mit Substratsäcken reduzieren.

Schritt 4
Auf den Dränplatten verlegen Sie jetzt vollflächig mit 10 cm Überlappung das Filtervlies (150g/m²). Es schützt die Dränplatten vor dem Einspülen von Substrat, erhält so die Wasserspeicher- und Dränfähigkeit der Platten. Das Filtervlies schneiden Sie wie die oben beschriebene Schutzlage am Dachablauf aus. Das Filtervlies wird an den seitlichen Dachrändern (Aufkantungen) nicht bis über die Substratfläche geführt.


Tipp: Die seitlichen Lippen am Kontrollschacht dienen zur Verankerung des Kontrollschachts im Substrat bzw. Kieselstreifen.

Schritt 5
Jetzt wird der Kontrollschacht eingebaut. Er wird über den Dachablauf gesetzt und schützt dieses wichtige Bauteil vor Verstopfung. Achten Sie darauf, dass der Deckel verriegelt ist und bei stärkerem Wind nicht auf und davon fliegt.


Tipp: Wenn Sie bei der späteren Pflege der Dachbegrünung weniger Arbeit haben möchten, trennen Sie den Kieselstreifen und das Substrat durch eine Substrattrennleiste. Diese Trennleiste wird als gelochtes oder geschlitztes Blech geliefert.

Schritt 6
Verlegen des Kieselstreifens, umlaufend mind. 30 cm (nicht im Lieferumfang enthalten, bitte bauseits vom ortansässigen Kieswerk beziehen) entlang aller Dachränder und um den Dachablauf bzw. Kontrollschacht. Bei Durchbrüchen und aufgehenden Bauteilen (Lichtkuppeln, Wände etc.) empfehlen wir einen 50 cm breiten Kieselstreifen. Seine Aufgabe ist die Sicherung der Randbereiche, da dort die Gefahr des Verwehens durch Wind am größten ist. Zusätzlich dient er als Spritzschutz an aufgehenden Bauteilen und als Dränage bei Starkregen. Er sollte die Höhe des Substrates erreichen und aus gewaschenem Kiesel 16/32 mm bzw. 16/22 mm bestehen. Ein Sack Kiesel für die Umrandung des Kontrollschachtes ist im Lieferumfang des Begrünungspakets enthalten.


Tipp:Verwenden Sie einen leeren Substratsack zum Sammeln der anderen, leeren Substratsäcke und führen Sie die Säcke später dem Recyclingsystem Gelber Sack zu.

Schritt 7
Verteilen des Extensivsubstrat aus den 40 l Säcken auf der Dachfläche. Die Anzahl der Säcke ergibt eine mittlere Substratstärke von 6 cm. Gemeinsam mit der Dränplatte erreichen Sie damit eine Gesamtaufbauhöhe von ca. 8 cm, um eine optimale Pflanzenentwicklung zu gewährleisten. Verteilen Sie dazu pro Quadratmeter Dachfläche 1,5 Säcke des Substrates, am besten zuerst auf der Überlappung des Filtervlieses. Vermeiden Sie zu hohe Punktlasten durch das Aufstapeln von Substratsäcken. Beachten Sie die maximale Lastreserve Ihrer Dachkonstruktion.


Tipp: Um einen besseren Eindruck von der erforderlichen Pflanzenmenge/m² zu bekommen, können Sie sich mit einem Meterstab (Zollstock) eine Fläche von 1 x 1 m, am besten am Dachrand markieren, und auf dieser Fläche 20 Dachstauden verteilen.

Schritt 8
Endlich, das Einpflanzen der Dachstauden mit Kegelballen beginnt. Mindestens 17 St./m² sollten gesetzt werden, wir rechnen mit 20 St./qm. Pflanzen Sie möglichst immer in Pulks von 8-10 Pflanzen derselben Sorte (bei Lieferung sortenreiner Platten). Bei Multiplatten mit gemischten Dachstauden haben wir das Mischen für Sie schon übernommen. Zum Pflanzen können Sie vorsichtig mit einem Pflanzholz (zum Pflanzen von Blumenzwiebeln) oder mit zwei Fingern eine Vertiefung ins Substrat bohren und in diese Mulde die Dachstauden drücken. Nach dem Pflanzen bitte gut wässern, denn das Substrat wird aus Gewichtsgründen relativ trocken geliefert und würde den Pflanzenballen das Wasser entziehen. Wer mit höheren Substrataufbauten arbeitet, kann die Dachstauden auch mit einer bienen- und insektenfreundlichen Saatgutmischung ergänzen.

Schritt 9
Ihr begrüntes Dach ist fertig! Herzlichen Glückwunsch. Damit Sie lange Freude daranhaben, düngen Sie bitte mit dem zusätzlich gelieferten Langzeitdünger. Diese Düngung sollten Sie jährlich wiederholen. Falls erforderlich, entfernen Sie Fremdaufwuchs (Bäume, Büsche etc.). Auf jeden Fall sollten Sie einmal im Jahr die Dachabläufe auf Verstopfungen kontrollieren.

Tipp: Wenn Sie etwas für unsere Insektenwelt tun möchten, können Sie mit ein paar Laubholzstämmen, einer Sandfläche und ein paar Findlingen die Dachfläche aufwerten und zu einem Biodiversitätsdach machen. Achten Sie dabei auf die Belastbarkeit der Dachkonstruktion.


Pflege

Beachten Sie bei der Pflege der Dachbegrünung auch die Hinweise zur Absturzsicherung!
· Extensive Dachbegrünung entfalten sich besonders gut mit regelmäßiger Pflege. Um eine langfristig funktionierende Dachbegrünung zu erhalten, sind daher ein bis zwei Pflegegänge pro Jahr empfehlenswert. Ein regelmäßiges Mähen ist nur bei zu hohem Bewuchs z. B. an aufgehenden Bauteilen erforderlich (Brandschutz).
· Beim ersten Pflegegang im Frühjahr ist unerwünschter Fremdbewuchs zu entfernen und die Dachfläche mit dem re-natur Langzeitdünger zu düngen, damit die Vegetation für die Saison mit allen erforderlichen Nährstoffen versorgt ist.