Biologischer Pflanzenschutz

Pflanzengesundheit wird in dieser Rubrik großgeschrieben. Hier geht es um den Einsatz von Nützlingen und Hilfsstoffen, um gesundes und kräftiges Pflanzenwachstum zu erhalten. Ob im Zierpflanzenbau, Gemüseanbau oder Garten- und Landschaftsbau, ob im Freiland oder unter Glas: In dieser Kategorie finden Sie die Hintergründe und Tipps, mit denen Sie Ihre Pflanzen stärken und ihnen helfen, den Schädlingsbefall im Griff zu behalten.

Beiträge

  • Kleine Johannisbeertrieblaus (Aphis schneideri)

    Kleine Johannisbeertrieblaus (Aphis schneideri)

    Die Kleine Johannisbeertrieblaus verursacht an den Triebspitzen krause, verformte Blätter, sodass der frische Trieb gestaucht wirkt. Besonders die Rote Johannisbeere wird befallen. Die Blattlaus erreicht eine Größe von ca. 2 mm, ist blau-grün gefärbt und mit einer weißen Wachspuderung überzogen. Die Überwinterung findet als Ei an den Trieben der Johannisbeere statt und bereits im zeitigen Frühjahr schlüpfen die ersten Blattläuse, die zunächst an den Blütenständen sitzen und erst mit dem Anwachsen der Kolonien an die Triebspitzen wandern. Häufig treten Ameisen auf, die den Honigtau der Blattläuse aufnehmen.

    16. Juni 2022
  • Gelbe Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii)

    Gelbe Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii)

    Gelbe Stachelbeerblattwespen treten an Stachelbeere sowie Roter und Weißer Johannisbeere auf. Die Schwarze Johannisbeere wird hingegen nur selten geschädigt. Die adulte Blattwespe ist 6 - 7 mm lang und besitzt einen schwarzen Kopf und gelben Körper. Es gibt männliche und weibliche Tiere, es findet aber auch häufig eine parthenogenetische Fortpflanzung statt. Die ersten Tiere sind im April zu finden und die Weibchen legen 50 – 100 weißlich-ovale Eier in Reihen auf die Rippen der Blattunterseite, meist im unteren, inneren Strauchteil, ab.

    16. Juni 2022
  • Andromeda-Netzwanze (Stephanitis takeyai)

    Andromeda-Netzwanze (Stephanitis takeyai)

    Die Andromeda-Netzwanze ist seit etwa 20 Jahren in Deutschland vertreten und schädigt vor allem Lavendelheide (Pieris spec.), Rhododendron und Azaleen. Die sich auf der Blattunterseite aufhaltenden Larven verursachen ab Mai durch ihre Saugtätigkeit an einzelnen Pflanzenzellen kleine, helle Punkte auf der Blattoberfläche, die im Jahresverlauf die gesamte Blattfläche erfassen können. Auf den Blattunterseiten sind schwarzbraune Kotflecken zu finden. An warmen und trockenen Standorten kann es zu einem massiven Befall kommen, der zum Vertrocknen der Blätter und unter Umständen sogar zum Absterben der Sträucher führen kann.

    15. März 2022
  • Spargelhähnchen (Crioceris asparagi)

    Spargelhähnchen (Crioceris asparagi)

    Das Spargelhähnchen gehört zu den Blattkäfern und ist ein häufiger Schädling an Spargel. Sowohl die Larven als auch die Käfer verursachen Fraßschäden, die je nach Umfang den Ertrag deutlich reduzieren können. Die 5 - 7 mm langen, auffällig gefärbten Käfer – das Überwinterungsstadium dieses Pflanzenschädlings - erscheinen bereits im April. Nach der Paarung erfolgt im Mai die Eiablage durch die Weibchen, von denen jedes bis zu 100 dunkelgrüne Eier senkrecht stehend an den Stängeln ablegen kann.

    22. Februar 2022
  • Lebensmittelmottenraupe

    Lebensmittelmotten

    Als Lebensmittelmotten werden verschiedene Schadfalter zusammengefasst, die in Vorratslagern oder Wohnungen auftreten. In Wohnungen kommen besonders die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) und die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) vor, die meistens durch mitgebrachte, bereits befallene Lebensmittel hereingeholt werden. Bei beiden handelt es sich um nach Europa eingeschleppte Schädlinge. Ein Zuflug von außen findet weniger statt.

    16. Februar 2022
  • Junikäfer

    Junikäfer (Amphimallon solstitiale)

    Der Junikäfer ist mit nur 14 - 18 mm Körperlänge ein kleinerer Vertreter der Blatthornkäfer, zu denen auch der Maikäfer und der Gartenlaubkäfer gehören. Er tritt als Schädling auf Rasenflächen, Grünflächen sowie Golf- und Sportplätzen auf, wobei leichte, sandige Böden bevorzugt werden. Seine Larven (Engerlinge) fressen im Laufe ihrer 2-3-jährigen Entwicklung an den Graswurzeln und können die Grasnarbe großflächig schädigen. Die Grasnarbe verfärbt sich gelb und stirbt ab, sodass sie einfach angehoben werden kann. Sekundärschäden entstehen durch Vögel und andere Tiere, die auf der Suche nach den schmackhaften Engerlinge die Grasnarbe zusätzlich zerstören. Engerlinge des Junikäfers können aber auch an Wurzeln von Stauden und Gehölzen Schaden anrichten.

    9. Februar 2022
  • Apfelwickler

    Apfelwickler

    Der Apfelwickler ist ein kleiner, graubraun gefärbter Schmetterling. Er ist dämmerungsaktiv und beginnt im Früjahr bei Temperaturen von über 15 °C zu fliegen. Die Flügel besitzen an ihrem Ende einen bronzefarbenen Fleck. Die Flügelspannweite beträgt ca. 20 mm. Erste Falter schlüpfen ab Mai und die Weibchen legen bis zu 80 Eier einzeln an Früchten oder Blättern und Trieben ab. Die nur ca. 1 mm großen Eier glänzen perlmuttartig. Nach 8 - 12 Tagen schlüpfen die weißlichen Raupen und fressen oberflächlich an Blättern und Früchten, bevor sie sich in die jungen Früchte hineinbohren. Die Fraßtätigkeit beschränkt sich erst auf Bereiche unter der Schale, bevor sich die Raupen dann einen Gang bis zum Kerngehäuse fressen. Nach 3 - 4 Wochen seilt sich die ausgewachsene,  jetzt rötlich gefärbte Raupe an einem Seidenfaden auf den Boden ab oder verlässt die inzwischen herabgefallene Frucht. Anschließend spinnt sie sich unter Rindenschuppen, in Ritzen der Borke oder seltener im Boden ein. Für den Kokon nagt die Raupe eine flache Mulde und spinnt einen festen Kokon, der außen mit Holzsplittern besetzt ist.

    8. Februar 2022
  • Purzelkäfer

    Purzelkäfer (Hoplia philanthus)

    Der Purzelkäfer (Hoplia philantus) ist mit 8 - 9 mm Körperlänge ein relativ kleiner Vertreter der Blatthornkäfer. Typisch sind braun gefärbte Flügeldecken sowie ein dunklerer Kopf und Halsschild. Er entwickelt sich im Boden auf Rasenflächen, Sportrasen und Golfplätzen innerhalb von 2 Jahren zum erwachsenen Insekt und verursacht dabei im zweiten und dritten Larvenstadium (Länge ca. 2 cm) durch Wurzelfraß erhebliche Schäden an der Grasnarbe. Zusätzliche Schäden können durch Vögel oder andere Tiere entstehen, die auf der Suche nach den leckeren Engerlingen die Rasenoberfläche zerstören. Die Käfer fliegen tagsüber und der Flughöhepunkt wird Mitte Juni erreicht. Die Eiablage erfolgt Ende Juni in ca. 10 - 15 cm Tiefe. Nach etwa 30 Tagen schlüpfen die Larven und beginnen zu fressen, verursachen dabei allerdings noch keinen sichtbaren Schaden. Die Überwinterung erfolgt in bis zu 50 cm Tiefe.

    8. Februar 2022
  • Nematoden

    Nematoden - Fadenwürmer für den Biologischen Pflanzenschutz

    Nematoden oder „Fadenwürmer“ sind ein sehr erfolg- und individuenreicher Tierstamm und kommen in fast allen feuchten Lebensräumen natürlicherweise vor. Unter den mikroskopisch kleinen, farblosen Würmern gibt es neben pflanzenschädlichen Arten viele parasitische Formen, von denen einige sehr erfolgreich zur Biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Es sind heimische Arten, die mit Wasser im Gieß-, Spritz- oder Tauchverfahren ausgebracht werden und im Boden aktiv nach ihren Wirten suchen. Ausgebracht werden sie im sog. Dauerlarven-Stadium. Dieses Stadium ist unter 1 mm lang und bildet das infektiöse Stadium, welches als einziges außerhalb des Wirtskörpers überleben kann. Die im biologischen Pflanzenschutz eingesetzten Arten haben überwiegend Insektenlarven als Wirte und werden bereits seit vielen Jahren gegen Dickmaulrüssler, Trauermücken und Rasenschädlinge wie Engerlinge und Wiesenschnakenlarven eingesetzt. Nematoden gegen Nacktschnecken sind ebenfalls als biologische Gegenspieler verfügbar.

    7. Februar 2022
  • Die Kastanienminiermotte

    Die Kastanienminiermotte

    Die Kastanienminiermotte hat ihren Ursprung auf dem Balkan, wo sie in isolierten Schluchtwäldern vorkam. Die Ausbreitung von dort erfolgte wahrscheinlich durch den Transport mit Pkw und Lkw. In Deutschland wurde die Art erstmalig 1992 im Raum Passau nachgewiesen; mittlerweile ist sie flächendeckend vertreten. Wenn die Kastanien ihre prachtvollen Blütenstände demonstrieren, beginnt die Zeit der Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella). Ende April/Anfang Mai schlüpfen aus den im Herbstlaub überwinternden Puppen die ersten kleinen Falter. Die etwa 5 mm langen, bräunlich-orange, mit weißen Bändern gefärbten Motten halten sich gerne auf der windabgewandten, sonnigen Stammseite oder auf sonnigen Blattoberflächen auf. Besonders bei Sonnenschein schwärmen sie ab den frühen Morgenstunden bis zur Mittagszeit.

    26. Januar 2022
  • Offene Zucht von Blattlaus-Gegenspielern

    Offene Zucht von Blattlaus-Gegenspielern

    Die Offene Nützlingszucht mit Getreideblattläusen ist ein Verfahren, bei dem im Vorfeld einer Kultur Blattlausgegenspieler (Nützlinge) im Gewächshaus angesiedelt werden. Dies geschieht durch die Bereitstellung von Getreideblattläusen als Ersatzfutter, auf denen sich die eingesetzten Nützlinge entwickeln und vermehren können. Einem späteren Blattlausbefall in der Kultur kann dadurch vorbeugend entgegengewirkt werden.

    26. Januar 2022
  • Engerling Gartenlaubkäfer

    Engerlinge - gefürchtete Rasenschädlinge

    Engerlinge sind die Larven von Blatthornkäfern. Zu den als Rasenschädling auftretenden Arten gehören der Gartenlaubkäfer, der Junikäfer sowie der Maikäfer und der Purzelkäfer. Die Entwicklung vom Ei bis zum schlupffertigen Insekt findet im Boden statt und ist je nach Art ein- oder mehrjährig. Alle Engerlinge sind cremeweiß gefärbt, mit einer braunen Kopfkapsel und tragen am Vorderende 3 Paar Laufbeine. Sie fressen an Wurzeln von Gräsern und Kräutern und sind je nach Art und Entwicklungsstadium in Körperlängen zwischen 2 und 6 cm zu finden.  

    24. Januar 2022