Ein Dach mit Solar und Photovoltaik? Pefekt für ein Gründach!

Ein Dach mit Solar und Photovoltaik? Pefekt für ein Gründach!
3. Februar 2026
Ein Dach mit Solar und Photovoltaik? Pefekt für ein Gründach!
Aus Kategorie: Dach Dachbegrünung

Solargründach - kombinieren von Solaranlage, Photovoltaik und Dachbegrünung

Solardach vs. Gründach – zwei Systeme mit vielen Vorteilen kombinieren

Sie fällt vom Himmel und ist kostbarer denn je: die Sonnenenergie. Sie ist kostenlos und wird mittlerweile durch Solarthermie und Photovoltaik zur Warmwasser- oder Stromerzeugung genutzt. Das Ziel: möglichst nachhaltig, unabhängig vom Stromversorger zu werden und den größtmöglichen Autarkiegrad zu erreichen. Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf Dächern sind ein gewohntes Bild in unserer Dächerlandschaft.

Gründächer oder Dachbegrünungen haben sich ebenfalls einen festen Platz in der Dächerlandschaft erworben. Die Vorteile wie Dämmung, Schutz der Dachdichtung, Regenwasserrückhalt, Lärmschutz, Biotoptrittstein u. v. m. sind mittlerweile weitgehend bekannt und bewiesen.

Sowohl Dachbegrünung als auch Solardach konkurrieren um die Dachflächen. Doch alle drei Systeme, Solarthermie, Photovoltaik lassen sich mit einer Dachbegrünung kombinieren und spielen dann ihre jeweiligen Vorteile noch besser aus. Diese Kombination ist innovativ, schützt die Dachabdichtung und steigert die Effizienz des Solargründachs. Ganz unabhängig von der Art der Module.

Was ist eine Solaranlage?

Eine Solaranlage ist der Oberbegriff für alle Arten von Anlagen, die aus der Energie der Sonnenstrahlen Strom, Wärme oder beides nutzen. Eine Solaranlage kann daher eine Fotovoltaik-Anlage, eine Solarthermie-Anlage oder eine Kombination aus beidem sein. Sie besteht aus verschiedenen Modulen, die in Größe und Art und Hersteller unterschiedlich sein können.

Eine Fotovoltaik-Anlage (PV-Anlage) verwendet Solarzellen, um das Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umzuwandeln. Die PV-Anlage wandelt das Sonnenlicht in Gleichstrom um, der dann mittels Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt wird. Dieser Strom kann anschließend im eigenen Haus genutzt oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Eine Solarthermie-Anlage hingegen nutzt die Wärme der Sonne, um Wasser oder Luft zu erwärmen. Die erhitzte Luft oder das erhitzte Wasser dient dann als Energiequelle für Heizung und Warmwasser. Die Ausrichtung der Module ist in den meisten Fällen in einer Nord-Süd-Ausrichtung. Bei einer Vertikalanlage kann die Ausrichtung der Module (bifaziale) auch in Ost-West-Richtung erfolgen. 

re-natur Solargründach mit einer Solarthermieanlage in Hamburg auf einem Hochhausre-natur Solargründach mit einer Solarthermieanlage in Hamburg auf einem Hochhaus

Lassen sich Photovoltaikanlagen und Solaranlagen kombinieren?

Der Hauptunterschied zwischen einer Solaranlage und einer Fotovoltaik-Anlage besteht darin besteht, dass die Solaranlage ein Oberbegriff für alle Arten von Sonnenenergieanlagen ist. Die Fotovoltaik-Anlage ist eine spezielle Art von Solaranlage, bei der die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie durch Fotovoltaikzellen stattfindet. Beide Systeme lassen sich auf einer Dachbegrünung kombinieren. Oft ist die Photovoltaik als Aufdach-Lösung bei einer Dachbegrünung montiert. Das ist die Gründachlösung, die viele Gründachexperten empfehlen. 
Aufdachgetragene Varianten schützen die Dachabdichtung, erleichtern die nachträgliche Kombination von Photovoltaik und Dachbegrünung. So kommt der Solarstrom und die Wärme vom eigenen Dach und kann an Ort und Stelle genutzt werden. Der große Vorteil: Es gibt eine Förderung von vielen Städten, Kommunen, Ländern oder vom Bund.

Wofür eignet sich ein Solargründach?

Ein Solargründach kombiniert Photovoltaik mit Dachbegrünung. Solargründächer sind optimal geeignet für Flachdächer oder leicht geneigte Dächer von Wohn- und Geschäftsgebäuden, aber auch für Parkhäuser, Schulen, öffentliche Gebäude und andere Bauwerke. Die Installation von Solargründächern erfordert in der Regel eine umfassende Planung und Beratung durch Experten, um die bestmögliche Kombination von Solaranlage (Solateur) und Begrünung (re-natur) zu erreichen und die Dachlasten sowie die Tragfähigkeit des Gebäudes (Statiker) zu berücksichtigen.

Solargründächer haben im Vergleich zu normalen Gründächern mehrere Vorteile:

  • Energiegewinnung: Solargründächer nutzen die Sonnenenergie zur Stromerzeugung und können dadurch zur Energieversorgung des Gebäudes beitragen. Durch die positiven Effekte des Gründachs steigt die Leistung der Photovoltaikanlage. Durch den Albedo-Effekt gelingt eine noch höhere Stromausbeute mit bifazialen (nimmt Licht von beiden Seiten auf) Modulen. Auch die Leistung der Solaranlage wird verbessert.
  • Platzersparnis: Solargründächer sparen Platz, da sie sowohl als Grünfläche dienen können und Platz für die PV-Anlagen bieten.
  • Verbesserte Dämmung: Solargründächer können die Dämmung des Gebäudes verbessern und damit die Temperatur im Gebäude stabilisieren und Energiekosten durch Klimaanlage oder Heizung senken.
  • Durch die kühlende Wirkung der Pflanzen arbeitet die Photovoltaik auf Gründächern effizienter.
  • Die Pflanzen filtern Staub aus der Luft, die PV-Anlage und Solarmodule müssen auf einem Gründach weniger oft gereinigt werden.
  • Regenwassermanagement: Solargründächer können helfen, Regenwasser aufzufangen und zu speichern, um es später zur Bewässerung der Pflanzen oder für andere Zwecke zu nutzen. Diese Speicherung führt zu einer Verbesserung des Klimas in der Stadt (weniger Hitzeinseln) und zur Entlastung des Kanalnetzes bei Starkregenereignissen.
  • Verbesserte Luftqualität: Gründächer tragen dazu bei, die Luftqualität in der Umgebung zu verbessern, indem sie Kohlenstoffdioxid absorbieren, Sauerstoff produzieren und Staub aus der Luft filtern. Das Mikroklima wird verbessert.
  • Ästhetik: Solargründächer verschönern das Stadtbild und fördern den Wohlfühlaspekt.
  • Biodiversität: Die Kombination aus Photovoltaik und Dachbegrünung sorgt für eine Förderung der Artenvielfalt.

Insgesamt bieten Solargründächer eine effiziente Möglichkeit, die Vorteile von Dachbegrünungen und Solarenergie zu kombinieren und die Nachhaltigkeit von Gebäuden zu verbessern. Auch für eine intensive Dachbegrünung gibt es innovative Lösung, die Dachbegrünung und Photovoltaik vereint. 

re-natur Solargründach mit einer PV-Anlage nach der Pflege der extensiven Dachbegrünungre-natur Solargründach mit einer PV-Anlage nach der Pflege der extensiven Dachbegrünung

Was ist bei Solargründächern zu beachten?

Die Integration von Fotovoltaik-Modulen in eine extensive Dachbegrünung erfordert eine sorgfältige Planung, damit sowohl die Solarmodule als auch die Begrünung optimal funktionieren.

  • Die Solarmodule müssen so installiert werden, dass sie den Pflanzen ausreichend Licht lassen.
  • Der Reihenabstand zwischen den Modulen muss groß genug für die Pflege- und Wartungsarbeiten sein.
  • Gleichzeitig müssen die PV-Module so aufgestellt sein, dass sie möglichst viel Strom produzieren und durch das Pflanzenwachstum daran nicht gehindert werden.
  • Die Pflanzenzusammensetzung muss so erfolgen, dass die Pflanzen den Schatten der Solarmodule tolerieren und gleichzeitig genügend Licht zum Wachsen bekommen, um für ausreichend  Erosionsschutz zu sorgen.
  • Pflanzen dürfen die Solarmodule nicht beschatten, beschädigen oder verschmutzen. Die Pflanzenhöhe sollte auf niedrig wachsende Arten beschränkt sein (Sedumvegetation, niedrige Krautvegetation).
  • Je nach Vegetation des Gründachs werden die Solarmodule oder PV-Anlagen unterschiedlich hoch aufgeständert.

Die Kombination von Fotovoltaik und Dachbegrünung bietet viele Vorteile, einschließlich der Energieerzeugung und der Verbesserung der Umweltqualität.

Damit diese Vorteile zu einem Beitrag zum Klimaschutz werden können, ist eine gründliche Planung und Beratung durch einen Fachbetrieb erforderlich, um die bestmögliche Lösung für das jeweilige Gebäude zu finden. Das wird am Ende auch die Investitionskosten deutlich senken.

Welche Nachteile haben Gründächer?

Dachbegrünungen bieten viele Vorteile und nur wenige Nachteile im Vergleich zu herkömmlichen Dächern. Hier sind einige der wichtigsten Nachteile:

  •  Kosten: Eine Dachbegrünung ist in der Regel teurer als ein herkömmliches Dach, da es mehrere Schichten benötigt, einschließlich der Schutzlage, der Drainageschicht, der Substratschicht und der Vegetation.
  • Gewicht: Eine Dachbegrünung kann sehr schwer sein. Daher muss das Dach sorgfältig darauf geprüft werden, ob es das Gewicht (Statik) tragen kann, bevor es installiert wird.
  • Wartung: Ein begrüntes Dach erfordert regelmäßige Pflege und Wartung, wie z. B. das Entfernen von Unkraut, der Rückschnitt von Pflanzen, Düngen und Kontrolle der Abläufe
  • Installation: Der Aufbau einer Dachbegrünung erfordert spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten. Es ist wichtig, dass die Installation von erfahrenen und qualifizierten Fachleuten durchgeführt oder begleitet wird. Wir bieten diese Dienstleistung gerne an.
  • Genehmigung: Nicht überall ist im B-Plan sowohl die Dachbegrünung als auch ein Solardach genehmigungsfähig.

Welche Nachteile haben Solardächer?

Wie bei jeder Technologie gibt es auch bei Solardächern einige Nachteile im Vergleich zu herkömmlichen Dächern.

Einige der wichtigsten Nachteile:

  • Kosten: Eine Solaranlage auf dem Dach ist in der Regel teurer als ein herkömmliches Dach ohne Solaranlage. Die Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe der Solaranlage, der Art der Solarzellen und der Komplexität der Installation und der erforderlichen Statik.
  • Planung: Die Planung der PV-Anlage oder der Solaranlage muss zusätzlich zu den Planungskosten der Dachbegrünung bezahlt werden.
  • Gewicht: Eine Solaranlage auf dem Dach kann auch das Gewicht des Daches erhöhen. Vor der Installation ist auf jeden Fall die Statik des Daches zu prüfen.
  • Ästhetik: Manche Menschen finden, dass Solaranlagen auf dem Dach nicht so attraktiv aussehen wie herkömmliche Dächer, insbesondere wenn sie nicht in das Design des Gebäudes integriert sind.
  • Wartung: Eine Solaranlage auf dem Dach erfordert regelmäßige Wartung. Es müssen regelmäßig Schmutz und Laub entfernt werden, damit die Solarzellen effizient arbeiten können. Dafür sind Anschlagpunkte für die persönliche PSA (persönliche Schutzausrüstung) erforderlich.
  • Abhängigkeit von Sonnenlicht: Solaranlagen sind auf Sonnenlicht angewiesen, um Strom zu erzeugen. In Zeiten mit wenig Sonnenlicht oder wenn das Dach im Schatten liegt, wird die Stromproduktion reduziert oder gestoppt. Hier gibt es große Unterschiede in der Art der PV-Module (bifazial), der Wechselrichter und der Aufstellung (horizontal, vertikal)
  • Weniger Energie: Ein Solargründach ist schwerer, doch Solarmodule zu nutzen ohne eine Dachbegrünung, bedeutet auch weniger Energie oder Warmwasser zu erzeugen.

Diese Nachteile sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden, ob man eine Solaranlage auf dem Dach installieren möchte oder nicht. Oder sich dafür entscheidet, eine Teilfläche des Gründachs mit Solarmodulen oder PV-Anlagen zu bestücken. Das geht auch nachträglich, denn z. B. vertikale, bifaziale PV-Anlagen auf einem Gründach werden aufgeständert. 

re-natur Solargründach mit vertikal aufgestellten PV-Modulen von Solyco (Bildquelle: Solyco)re-natur Solargründach mit vertikal aufgestellten PV-Modulen von Solyco (Bildquelle: Solyco)

Fazit: Wieso lohnt sich ein Solargründach?

Trotz der wenigen Nachteile überwiegen die vielen Vorteile bei einem Solargründach. Ist ausreichend Lastreserve vorhanden, spricht vieles für die Nutzung einer Dachfläche, auf der Photovoltaik, Solarthermie und Gründach vereint sind. Das Solargründach ist effizient und zukunftsfähig. Zudem schafft es einen hohen Grad an Autarkie, ist gut für das Mikroklima und hilft bei der Retention von Niederschlagswasser bei Starkniederschlägen. 

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