Engerlinge - gefürchtete Rasenschädlinge

Engerling Gartenlaubkäfer

Engerlinge - gefürchtete Rasenschädlinge

Engerlinge im Rasen mit Nematoden biologisch bekämpfen

Engerlinge sind die Larven von Blatthornkäfern. Engerlinge im Rasen sind häufig der Gartenlaubkäfer, der Junikäfer sowie der Maikäfer und der Purzelkäfer. Die Entwicklung vom Ei bis zum schlupffertigen Insekt findet im Boden statt und ist je nach Art ein- oder mehrjährig. Alle Engerlinge sind cremeweiß gefärbt, mit einer braunen Kopfkapsel und tragen am Vorderende 3 Paar Laufbeine. Sie fressen an Wurzeln von Gräsern und Kräutern oder auch von Gehölzen. Je nach Art und Entwicklungsstadium sind die Engerlinge in Körperlängen zwischen 1 und 6 cm zu finden.  

Mit winzigen Fadenwürmern, sog. insektenpathogenen Nematoden, können Sie die Engerlinge im Boden bekämpfen. Dabei ist es für eine optimale Wirkung wichtig, dass die Käfer-Art bestimmt wird, weil sich die Einsatzzeitpunkte für die Nematoden bei den einzelnen Engerlingsarten unterscheiden.

Schadbild durch Engerlinge im Rasen

Die Eiablage der Käfer erfolgt meist innerhalb eines kleinen Bereiches, sodass man die Larven häufig dicht beieinander findet. An diesen Stellen entstehen im Laufe ihrer Entwicklung nesterartige, gelbliche Verfärbungen der Rasenfläche. Der Wurzelfraß kann dazu führen, dass die Grasnarbe komplett abstirbt und dann einfach abgezogen werden kann. Zusätzlich sieht man häufig Sekundärschäden durch Vögel, Dachs und Wildschwein, die auf der Suche nach den schmackhaften Engerlingen die Grasnarbe oft flächenhaft zerstören.

Schadbild durch Engerlinge des GartenlaubkäfersSchadbild durch Engerlinge des Gartenlaubkäfers
Rasenschaden durch Engerlinge verursacht
Unterscheidung der Engerlinge für einen optimalen Nematodeneinsatz

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Engerlinge ist die Form des Analspaltes sowie die Beborstung auf der Unterseite des Hinterleibendes. Dadurch kann die Käfer-Art eindeutig bestimmt werden:

Engerling GartenlaubkäferEngerling Gartenlaubkäfer
Engerling Gartenlaubkäfer
Engerling JunikäferEngerling Junikäfer
Engerling Junikäfer
Engerling MaikäferEngerling Maikäfer
Engerling Maikäfer
PurzelkäferPurzelkäfer
Engerling Purzelkäfer
Dungkäfer AphodiusDungkäfer Aphodius
Engerling Dungkäfer
Engerling Maikäfer (l) und Gartenlaubkäfer (r)Engerling Maikäfer (l) und Gartenlaubkäfer (r)
Engerling Maikäfer (l) und Gartenlaubkäfer (r)

Achtung Rosenkäfer!

Neben den oben aufgeführten Engerlingen kommen in Blumenbeeten oder Hochbeeten auch die Larven vom Rosenkäfer vor. Im Komposthaufen sind sie nützliche Helfer bei der Zerkleinerung der organischen Masse, im Hochbeet oder in Staudenbeeten können sie aufgrund der geringen vorhandenen Nahrung auch zum Schädling werden, wenn sie dann an frischen Pflanzenwurzeln fressen. Der Rosenkäfer ist durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt und darf nicht bekämpft werden!

Die Larven des Rosenkäfers sind relativ leicht erkennbar und unterscheiden sich von den übrigen Engerlingen durch:

  • eine verhältnismäßig kleine Kopfkapsel
  • kurze, schwache Beine
  • großer, rundlicher Kotsack
  • sie bewegen sich auf glatten Flächen auf dem Rücken liegend fort
Große RosenkäferlarveGroße Rosenkäferlarve
Rosenkäferlarve
Rosenkäferlarven in verschiedenen AlterstadienRosenkäferlarven in verschiedenen Alterstadien
Rosenkäferlarven in verschiedenen Alterstadien

Ausbringung der Nematoden gegen Engerlinge

Der Ausbringungszeiten für die Nematoden sind:

  • Gartenlaubkäfer: Mitte Juli bis Ende September
  • Junikäfer: Ende August/Anfang September - eine gute Wirkung ist nur im Käferflugjahr erzielbar
  • Maikäfer: September u. April während des ersten Entwicklungsjahres
  • Purzelkäfer: September u. April
  • Dungkäfer: April/Mai
Nematoden-Produkte gegen Engerlinge

Gegen Engerlinge werden HB-Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora - Produkt nema-green®) eingesetzt. Gegen die Engerlinge des Maikäfers gibt es das spezielle Produkt nema-green® Maikäfer, das eine Kombination von zwei Nematoden-Arten enthält.

Mechanische Barrieren gegen Rasenschädlinge

In Gegenden, wo typische Rasenschädlinge wie Engerlinge oder Schnakenlarven in hoher Dichte vorkommen, können ganze Rasenflächen durch die Schädlinge selber oder durch andere Tiere, die auf die Suche nach den leckeren Larven gehen, zerstört werden. Bei einer geplanten Neuanlage des Rasens kann daher eine mechanische Barriere in Form eines Rasenschutzgewebes eine Überlegung wert sein.

24. Januar 2022

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