Sie haben sich für eine extensive Dachbegrünung entschieden? Dann ist der nächste Schritt die Wahl des passenden Aufbaus. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Arten: die Einschicht-Dachbegrünung und die Mehrschicht-Dachbegrünung. Wir zeigen die Unterschiede sowie die jeweiligen Vorteile und Nachteile.
Extensive Dachbegrünungen im Überblick:
- Extensive Dachbegrünungen sind die am häufigsten umgesetzte Form der Dachbegrünung. Sie funktionieren zuverlässig, können auch in Eigenregie umgesetzt werden und haben sich über viele Jahre im Alltag bewährt.
- Sind die Pflanzen einmal angewachsen, ist der Pflegeaufwand für extensive Dachbegrünungen gering. Ein paar Kontrollgänge im Jahr reichen meist aus.
- Durch den niedrigen Aufbau bleibt das Gewicht überschaubar. Dadurch eignen sich extensive Dachbegrünungen auch für Dächer, die keine großen Zusatzlasten aufnehmen können.
- Ob Gartenhaus, Garage oder großes Gewerbedach: Extensive Dachbegrünungen lassen sich an unterschiedliche Dachgrößen anpassen.
- Für extensive Dachbegrünungen kommen überwiegend sukkulente Pflanzen wie Sedum zum Einsatz, weil diese sich an extreme Standortbedingungen anpassen können.
- Beim Aufbau für extensive Dachbegrünungen gibt es zwei Arten: das Einschicht-System und das Mehrschicht-System.
Die gleichen Aufgaben, die bei Einschicht und Mehrschicht unterschiedlich gelöst werden:
Egal, ob extensive Dachbegrünungen als Einschicht- oder als Mehrschichtsystem ausgeführt werden, bestimmte Funktionen müssen immer zuverlässig erfüllt sein.
- Zum einen muss Regenwasser kontrolliert abgeführt werden, damit sich kein Wasser im Wurzelbereich staut und es nicht zu Fäulnis kommt.
- Gleichzeitig muss ein Teil des Wassers gespeichert werden, um die Pflanzen auch in Trockenphasen zu versorgen.
- Zusätzlich braucht die Vegetation eine stabile, dauerhafte Tragschicht, die Halt gibt und Nährstoffe bereitstellt.
Der Name ist dabei natürlich Programm: Beim Einschicht-System werden alle Funktionen in einer Schicht zusammengefasst, während diese Aufgaben beim Mehrschicht-System auf mehrere Schichten verteilt werden.
Warum ist der Unterschied für extensive Dachbegrünungen wichtig?
Die Unterschiede wirken sich auf Entwässerung, Wasserspeicherung, Gewicht und die Auswahl der Vegetation aus. Wer Einschicht- und Mehrschicht-Begrünungen kennt, kann die Begrünung gezielt an die Dachkonstruktion, die Dachneigung und die statischen Voraussetzungen anpassen. So lassen sich typische Probleme und teure Fehler wie Staunässe, zu hohe Dachlasten oder eine falsche Bepflanzung von Anfang an vermeiden.
Einschicht-Extensivbegrünung
Die Einschicht-Extensivbegrünung ist eine besondere Form der extensiven Dachbegrünung. Hier gibt es keine zusätzlichen Drän- oder Filterschichten. Stattdessen wird ein drainfähiges Substrat eingesetzt, das mehrere Aufgaben auf einmal übernimmt: Es sorgt für den Wasserabfluss, speichert einen Teil des Wassers und trägt gleichzeitig die Pflanzen.
Das Substrat besteht überwiegend aus groben mineralischen Materialien wie Lava, Bims oder Blähschiefer. Während früher nur rein mineralische Substrate verwendet wurden, enthalten heutige Einschichtsubstrate meist auch kleine Anteile organischen Materials von etwa 5 bis 10 Prozent. Das hilft, Wasser und Nährstoffe besser im Substrat zu halten, ohne die Entwässerung zu stark zu beeinträchtigen.
Weil das Substrat allein für Entwässerung und Wasserspeicherung zuständig ist, hat es eine größere Aufbauhöhe. Dadurch ist die Begrünung insgesamt schwerer, vor allem wenn das Substrat viel Wasser aufgenommen hat. Entsprechend kommen bei Einschichtsystemen fast ausschließlich robuste Sedum-Pflanzen zum Einsatz, die mit wenig Wasser und wenig Nährstoffen zurechtkommen.
Die Einschichtbegrünung ist die kostengünstigste Variante für extensive Dachbegrünungen, verlangt aber eine sorgfältige Auswahl von Substrat und Pflanzen. Bei starkem oder länger anhaltendem Regen kann es (vor allem bei sehr flachen Dächern oder wenn der Aufbau nicht sauber ausgeführt ist) zu Staunässe und Wurzelfäule kommen.
Vorteile der Einschicht-Dachbegrünung
- Kostengünstigste Form der Dachbegrünung
- Sehr einfacher Systemaufbau, da auf zusätzliche Drän- und Filterschichten verzichtet wird
- Weniger Material notwendig und eine kürzere Montagezeit
- Geringere Investitionskosten im Vergleich zu mehrschichtigen Aufbauten
Nachteile der Einschicht-Dachbegrünung
- Erhöhtes Risiko von Staunässe und Wurzelfäule, vor allem bei starkem Regen oder Schnee
- Begrenzte Wasser- und Nährstoffspeicherung im Substrat
- Größere Substratschicht erforderlich, um die Entwässerung sicherzustellen
- Dadurch ist mehr Gewicht auf dem Dach, besonders bei Regen oder Schnee
- Sehr eingeschränkte Pflanzenauswahl, in der Praxis meist auf Sedum-Arten begrenzt
Mehrschicht-Dachbegrünung
Bei der mehrschichtigen extensiven Dachbegrünung wird der Aufbau auf mehrere Schichten verteilt. Das Ziel: Wasser, Substrat und Pflanzen arbeiten optimal zusammen und das System funktioniert insgesamt zuverlässiger.
Direkt auf der Dachabdichtung liegt die Dränschicht. Sie sorgt dafür, dass Regenwasser zügig abfließen kann und sich nicht im Wurzelbereich staut. Dafür werden entweder mineralische Materialien wie Kies, Lava, Blähton oder Bims eingesetzt oder spezielle Dränplatten aus Kunststoff. Diese Dränplatten sind leicht und leiten Wasser gezielt ab.
Darüber liegt eine Filterlage aus Geovlies. Sie verhindert, dass feine Substratbestandteile in die Dränschicht gespült werden und diese mit der Zeit verstopfen. Das ist wichtig, damit die Entwässerung auch langfristig reibungslos läuft.
Auf die Filterlage kommt das Vegetationssubstrat. Im Vergleich zu Einschichtsystemen enthält es mehr organische Bestandteile und kann dadurch Wasser und Nährstoffe besser speichern. Das schafft stabilere Bedingungen für die Pflanzen. Neben Sedum lassen sich so auch andere Pflanzen wie Thymian, Lavendel oder Ziergräser pflanzen.
Vorteile der Mehrschicht-Dachbegrünung:
- Klare Trennung von Entwässerung, Filterung und Vegetation
- Sehr zuverlässige Ableitung von überschüssigem Regenwasser
- Geringes Risiko von Staunässe und Wurzelfäule
- Gute Wasser- und Nährstoffspeicherung im Vegetationssubstrat
- Größere Pflanzenauswahl möglich
- Die Begrünung entwickelt sich stabiler und hält in der Regel deutlich länger
- Durch den Einsatz von Dränplatten oft geringeres Gesamtgewicht als bei Einschichtsystemen
Nachteile der Mehrschicht-Dachbegrünung:
- Höherer Planungsaufwand durch mehrere aufeinander abgestimmte Schichten
- Mehr Materialeinsatz und komplexerer Aufbau
- Höhere Investitionskosten
- Größerer Koordinationsaufwand beim Einbau und längere Montagezeit
Wie entscheiden Sie zwischen Einschicht und Mehrschicht für Ihr Projekt?
Eine Einschicht-Extensivbegrünung kommt infrage, wenn...
- die zulässige Dachlast begrenzt ist und der Aufbau möglichst einfach und möglichst günstig bleiben soll. Da keine zusätzlichen Drän- und Filterschichten auf der Fläche eingebaut werden, ist der Materialaufwand geringer und die Kosten liegen unter denen eines mehrschichtigen Systems
- ein kleines bis überschaubares Dach begrünt wird.
- eine reine Sedum-Begrünung ausreicht.
Eine Mehrschicht-Extensivbegrünung kommt infrage:
- Sobald es die statischen Reserven des Dachs zulassen, ist ein mehrschichtiger Aufbau die sinnvollere Lösung für extensive Dachbegrünungen
- bei allen Dächern, auch bei größeren und komplexeren Varianten. Durch die getrennten Schichten lässt sich das Wasser gezielt ableiten, was insbesondere bei größeren Dachflächen, mehreren Abläufen oder wechselnden Niederschlagsmengen Vorteile hat.
- wenn bei der Bepflanzung mehr Spielraum gewünscht ist.
- wenn weniger Risiko und Nachbesserungsaufwand entstehen soll.
Gründach-Aufbau: Gute Beratung spart am Ende Zeit und Geld.
Ob Einschicht oder Mehrschicht lässt sich am besten entscheiden, wenn die Rahmenbedingungen klar sind. In der Beratung schauen wir uns die wichtigsten Daten und Fakten an, nachdem Sie unser Formular ausgefüllt haben. Auf dieser Basis können wir einschätzen, welches System wirklich passt. Hier gehts zum Formular.
Wer lieber direkt bei unserem re-natur-Team anrufen möchte, kann hier bei uns anklingeln, eine Mail schreiben oder das Kontaktformular nutzen.

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