Kastanienminiermotte bekämpfen

Kastanienminiermotte
22. Dezember 2022
Kastanienminiermotte bekämpfen

Kastanienminiermotte - Bekämpfung und Vorbeugung

Die Kastanienminiermotte hat ihren Ursprung auf dem Balkan, wo sie in isolierten Schluchtwäldern vorkam. Die Ausbreitung von dort erfolgte wahrscheinlich durch den Transport mit Pkw und Lkw. In Deutschland wurde die Art erstmalig 1992 im Raum Passau nachgewiesen; mittlerweile ist sie flächendeckend vertreten. Neben dem Blattbräunepilz mit einem ähnlichen Schadbild ist es sehr häufig der Kleinschmetterling, durch dessen charakteristische Gänge und Blattminen die Blätter frühzeitig absterben und braun werden.

Entwicklung der Miniermotte an Rosskastanien

Wenn die prachtvollen Blütenstände erscheinen, beginnt die Zeit der Rosskastanienminiermotten (Cameraria ohridella). Ende April/Anfang Mai fliegen aus den im Herbstlaub überwinternden Puppen die ersten kleinen Falter aus. Die etwa 5 mm langen, bräunlich-orange, mit weißen Bändern gefärbten Motten halten sich gerne auf der windabgewandten, sonnigen Stammseite oder auf sonnigen Blattoberflächen auf. Besonders bei Sonnenschein schwärmen sie ab den frühen Morgenstunden bis zur Mittagszeit.

Die Weibchen locken die Männchen durch ein Sexualpheromon an und legen nach erfolgter Kopulation in ihrer etwa 3-wöchigen Flugzeit bis zu 40 Eier einzeln an der Blattoberseite an schwächeren Seitenadern ab. Etwa zwei Wochen später schlüpfen die Junglarven aus den ca. 0,5 mm großen, ovalen weißlich-transparenten Eiern. Sie bohren sich ins Gewebe von den Blättern ein und erzeugen während ihrer 3-wöchigen Tätigkeit die auffälligen Fraßgänge (Minen). In dieser Zeit durchlaufen die Larven 4 Häutungen und werden bis 7 mm lang, bevor sie sich verpuppen.

Schadbild am Laub und Entwicklungsstadien der Miniermotten

Schadbild am Laub der RosskastanieSchadbild am Laub der Rosskastanie
Schadbild am Laub der Rosskastanie
Kastanienminiermottenlarven im GegenlichtKastanienminiermottenlarven im Gegenlicht
Larven im Kastanienblatt im Gegenlicht
Puppe und Larve der KastanienminiermottePuppe und Larve der Kastanienminiermotte
Puppen- und Larvenstadium

Zur Verpuppung innerhalb der Blattmine spinnt sich die Larve einen Seidenkokon, der von außen als kreisrunder Fleck erkennbar ist. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Falter der nächsten Generation, wobei nicht alle Falter ausfliegen, sondern bis zu 30 % eine Entwicklungspause machen und überwintern. Meist werden drei Generationen pro Jahr ausgebildet, bei besonders günstigen Witterungsbedingungen auch bis zu fünf. Die letzte Generation im Herbst (September) überwintert im Puppenstadium im Laub der Rosskastanie am Boden.

Die Miniermottenlarven schädigen durch ihre Gänge im Blattgewebe fast ausschließlich die weißblühende Kastanie (Aesculus hippocastanum). Die rotblühende Sorte (Aesculus x carnea) wird zwar auch befallen und mit Eiern belegt, die Larven der Rosskastanienminiermotte können sich aber nicht vollständig entwickeln und verenden mehrheitlich nach kurzer Zeit.

Bäume, die schon durch andere Stressfaktoren geschwächt sind, leiden unter einem starken Befall durch die Miniermotten, was sich unter anderem in einem verringerten Fruchtgewicht widerspiegelt. Gesunde Bäume können den Verlust an Assimilationsfläche zur Photosynthese kompensieren.

Bekämpfung der Miniermotten durch Befallsminderung mit einer Pheromonfalle

Natürliche Feinde sind bei uns noch nicht stark vertreten und tragen damit wenig dazu bei, den Befall einzuschränken. Lediglich 2 - 3 % der Larven werden durch Nützlinge – z. B. durch Schlupfwespen – parasitiert. 

Mithilfe unserer Kastanienminiermottenfalle kann das Schadbild deutlich verbessert und die Population reguliert werden. Die Männchen werden durch ein Sexualpheromon angelockt und in der Trichterfalle gefangen, wodurch die Befruchtung der Weibchen reduziert wird und weniger Nachkommen entstehen. Die Falle sollte bereits zur Zeit der Kastanienblüte im Einsatz sein, um gleich die erste Generation zu dezimieren.

Befall der Kastanie durch die Miniermotte vorbeugen

Neben dem Einsatz von Pheromonfallen ist die Entsorgung des heruntergefallenen Herbstlaubes die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung des Schädlings. Durch das Entfernen der Puppenstadien wird die erste Generation der Kastanienminiermotte deutlich reduziert.

Meisen tragen ebenfalls zur Bekämpfung des Schädlings bei. Sie fressen die in den Blättern minierenden Larven der Motte. Bieten Sie Nistkästen in den Rosskastanien an.

Kurzfilm über den Schädling Rosskastanien-Miniermotte