Was ist Pflanzenkohle und wie wird sie hergestellt?
Pflanzenkohle entsteht, wenn pflanzliche Materialien wie Holz, Grünschnitt oder Stroh unter Sauerstoffausschluss erhitzt werden. Der Prozess wird Pyrolyse genannt. Dabei wird die Biomasse nicht verbrannt, sondern in feste Kohlenstoffstrukturen umgewandelt.
Das Ergebnis ist ein hochporöses, stabiles Material, das zu rund 80-90 % aus reinem Kohlenstoff besteht. Dieser Oberfläche verdankt Pflanzenkohle ihre Wirkung: Sie macht sie zu einem idealen Speicher- und Trägermaterial für Wasser, Nährstoffe und Mikroorganismen. Als Bodenhilfsstoff wird die Pflanzenkohle dann zur Bodenverbesserung in die Erde eingearbeitet (dazu mehr in den folgenden Abschnitten).
Schon die indigenen Völker des Amazonas nutzten Pflanzenkohle auf diese Weise: Ihre Terra Preta bestand unter anderem aus Pflanzenkohle, organischen Reststoffen und Tonscherben.
Wann ist der Einsatz von Pflanzenkohle sinnvoll?
Der Einsatz von Pflanzenkohle lohnt sich überall dort, wo Böden ihre Struktur, Nährstoffe oder Speicherfähigkeit verloren haben. Das ist zum Beispiel nach intensiver Nutzung, langen Phasen von Trockenheit oder starken Regenfällen der Fall. Auch auf Flächen, die verdichtet sind oder nur wenig Pflege erhalten, kann Pflanzenkohle viel bewirken.
Pflanzenkohle verbessert die Bodenstruktur, dient als effizienter Wasserspeicher, bindet Nährstoffe und unterstützt die Bildung von Humus. So entstehen feinere Wurzeln, Pflanzen wachsen gleichmäßiger und der Boden bleibt länger stabil und fruchtbar. Zusätzlich bindet die Kohle aus Pflanzen dauerhaft Kohlenstoff und verhindert, dass er als CO₂ in die Atmosphäre gelangt. So leistet Pflanzenkohle auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Alle Vorteile und Eigenschaften der Pflanzenkohle haben wir in diesem Whitepaper Pflanzenkohle für Sie zusammengestellt.


Anwendungsbereiche der Pflanzenkohle für die Bodenverbesserung
- Gemüse- und Hochbeete: Pflanzenkohle sorgt für lockeren Boden, speichert Nährstoffe und hilft bei einem gleichmäßigen Pflanzenwachstum.
- Stauden- und Pflanzflächen: Eingemischt in die Erde hilft Pflanzenkohle Stauden und Co. dabei, Feuchtigkeit länger zu halten, schwankende Temperaturen besser zu überstehen und trockene Standorte auszugleichen.
- Rasenflächen: Pflanzenkohle verbessert die Durchlüftung des Bodens, speichert Wasser und unterstützt die Regeneration nach starker Nutzung oder Trockenperioden.
- Kübel- und Pflanzsubstrate: Als Bestandteil des Substrats verhindert Pflanzenkohle Staunässe, reduziert das Auswaschen von Nährstoffen und stabilisiert die Struktur des Bodens.
- Bäume und Sträucher: Hier wird die Pflanzenkohle beim Pflanzen oder bei der Pflege rund um den Stamm eingearbeitet. Sie fördert das Wachstum der Wurzeln, die Bodenfruchtbarkeit und sorgt für mehr Standfestigkeit.
- Stadtbäume: Pflanzenkohle ist ideal für Bäume in der Stadt, die zwischen Asphalt und Pflaster klarkommen müssen. Diese Bäume leiden unter verdichteten Böden und wenig Wurzelraum. Die Pflanzenkohle unterstützt bei der Entwicklung gesunder Wurzeln, bei dem Speichern von Feuchtigkeit und der Aufnahme von Nährstoffen.
- Kompostierung: Im Kompost bindet der Bodenverbesserer Nährstoffe, beschleunigt die Verrottung und reduziert unangenehme Gerüche.
- Landwirtschaft: In der Landwirtschaft haben viele Felder durch jahrelange Nutzung einen Großteil ihrer Nährstoffe und ihrer Mikroorganismen verloren. Pflanzenkohle hilft, die Fruchtbarkeit des Bodens wieder aufzubauen. Die Asche aus Pflanzen bindet Nährstoffe, fördert die Bodenbelebung und sorgt dafür, dass die Nährstoffe langfristig im Boden bleiben.


Pflanzenkohle einbringen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Damit Pflanzenkohle im Boden ihr volles Potenzial entfalten kann, muss sie richtig angewendet werden. Die folgenden Schritte sind dafür nötig.
Schritt 1: Pflanzenkohle aktivieren
Frische Pflanzenkohle kann Nährstoffe aufnehmen, hat aber selbst keine. Gibt man die Pflanzenkohle einfach so in den Boden, saugt sie Stickstoff und andere Elemente auf, die dann für die Pflanzen fehlen. Die Lösung heißt „Aufladen“ oder „Aktivieren“. Bei diesem Vorgang wird die Pflanzenkohle mit organischem Dünger angereichert. Dadurch nimmt sie Nährstoffe und Mikroorganismen auf und gibt sie später wieder an den Boden ab.
Möglichkeiten zur Aktivierung von Pflanzenkohle
- Mit Kompost: Etwa 10–20 % Pflanzenkohle untermischen und einige Wochen mitrotten lassen.
- Mit Jauche: Pflanzenkohle in eine Brennnessel- oder Kompostjauche einrühren und mindestens zwei Wochen ziehen lassen.
- Mit Mist oder Gülle: Die Zugabe von Pflanzenkohle ist besonders im landwirtschaftlichen Bereich sinnvoll, um Nährstoffe zu binden und Gerüche zu reduzieren.
Übrigens wirkt Pflanzenkohle auch hygienisierend und kann bei der Reduzierung von Keimen unterstützend wirken.
Schritt 2: Pflanzenkohle mit Erde oder Substrat mischen
Nach dem Aktivieren wird die Pflanzenkohle gleichmäßig mit Erde oder Substrat vermischt. In der Praxis hat sich ein Anteil von etwa 5 bis 10 Prozent bewährt, also ungefähr eine Zugabe von 1 Liter Pflanzenkohle auf 10 Liter Erde. Bei Flächenanwendungen reichen meist 1 bis 3 Liter pro Quadratmeter. Wichtig ist, dass die Pflanzenkohle gleichmäßig verteilt und nicht nur stellenweise eingestreut wird.
Schritt 3: Einbringung der Pflanzenkohle in den Boden
Die Mischung mit Pflanzenkohle wird in der Regel in die oberen 10 bis 20 Zentimeter des Bodens eingearbeitet. Das ist die Schicht, in der Wurzeln und Mikroorganismen aktiv sind.
- In Beeten oder Neuanlagen lässt sich Pflanzenkohle gut beim Umgraben, Fräsen oder Einplanieren einarbeiten. Bei Rasenflächen funktioniert es am besten beim Vertikutieren oder bei einer Nachsaat: einfach gleichmäßig ausstreuen und anschließend leicht einwalzen.
- Auch in Kübeln oder Pflanzgefäßen kann die Pflanzenkohle direkt mit der Erde vermischt werden. So verbessert sie die Struktur und verhindert Staunässe.
- Bei Bäumen wird sie am besten in den offenen Boden rund um den Stamm eingebracht. In dieser Zone nehmen die Wurzeln Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe auf und die Pflanzenkohle sorgt dafür, dass mehr davon im Boden bleibt.
- In der landwirtschaftlichen Nutzung wird die Pflanzenkohle meist flächig aufgebracht und eingearbeitet, um eine Verbesserung des Bodens zu erreichen und Nährstoffe besser zu binden.




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Falls Sie bisher noch nichts mit Pflanzenkohle ausprobiert haben, unterstützen wir Sie beim Einstieg. Und auch bei größeren Projekten und schwierigen Böden teilen wir gern, was in der Praxis funktioniert. Wenn Sie Fragen zur Karbonisierung, Herstellung oder Anwendung von Pflanzenkohle haben, sind wir gerne für Sie da.
Auch wenn Sie wissen möchten, was sich bei bestimmten Standorten bewährt hat oder wie die Pflanzen genau auf die Zugabe von Pflanzenkohle reagieren, schreiben Sie uns einfach eine Nachricht. Unser Team hat mit Sicherheit Ideen rund um das Thema Pflanzenkohle, die Sie ein ganzes Stück weiter bringen. Unsere Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.
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