So helfen wir Ihnen gegen Unkraut
Wer als Hobbygärtner oder im Kundenauftrag regelmäßig Grundstücke pflegt, kennt diesen Moment: Man ist gerade fertig, dreht sich kurz um und ärgert sich dann: „Moment mal. Das Unkraut habe ich doch gerade erst gezupft!“ Der Gedanke, doch etwas Stärkeres einzusetzen (sprich: Chemie), ist dann nicht weit. Doch weder für den Hausgarten noch für professionell gepflegte Flächen ist das die Lösung. Sinnvoller ist es, Unkraut die Bedingungen zu entziehen, unter denen es gedeiht. Wie Sie mithilfe von Unkrautvlies und Mulchmatten den Unkrautwuchs deutlich reduzieren, erfahren Sie in diesem Ratgeber-Beitrag.
Unkraut ist keine Pflanze, sondern eine Frage des Ortes, an dem sie wächst.
„Unkraut“ ist kein botanischer Begriff. Die gleiche Pflanze kann wertvoll oder störend sein, je nachdem, WO sie wächst. Brennnesseln sind dafür ein perfektes Beispiel: Auf ihnen legen Schmetterlinge ihre Eier ab und für Raupen sind Brennnesseln das Kinderzimmer. In einer bewusst wilden Ecke, am Zaun oder beim Kompost sind sie also wichtig für die Artenvielfalt. Mitten im Staudenbeet oder im Gemüsebeet sieht die Sache allerdings anders aus, weil die Gewächse dort Platz, Licht und Nährstoffe beanspruchen, die eigentlich für andere Pflanzen gedacht sind. Willkommen in der Kategorie „Unkraut“.
Deshalb lohnt es sich, den Garten gedanklich in verschiedene Bereiche einzuteilen.
Es gibt Flächen, die bewusst wild bleiben dürfen und zum Paradies für Insekten werden. Gleichzeitig gibt es andere Bereiche, in denen Gemüse, Blumen oder Stauden gezielt wachsen. Diese Flächen sollen so frei von Unkraut bleiben wie möglich. Deshalb werden hier Hacke und Unkrautstecher geschwungen. Doch statt das Unkraut immer wieder herauszuziehen, gibt es noch eine weitere, sinnvolle Möglichkeit: Den Boden so vorzubereiten, dass das Wachstum unerwünschter Pflanzen und deren Samen, die im Boden schlummern, von Anfang an durch Lichtentzug ausgebremst werden. An dieser Stelle kommen Unkrautvlies und Mulchmatten als Möglichkeiten ins Spiel.


Was sind Unkrautvlies und Mulchmatten?
Das Unkrautvlies ist im Grunde eine Art Bremse für Unkraut. Es wird auf den vorbereiteten (sprich: von Unkraut befreiten) Boden gelegt. Dort, wo später Pflanzen wachsen sollen, schneidet man gezielt Schlitze oder Kreuze ins Vlies, durch die die Pflanzen gesetzt werden. Wichtig ist also, vorher zu wissen, wo welche Pflanze stehen soll.
Nach dem Verlegen wird das Vlies abgedeckt, zum Beispiel mit Rindenmulch, Kies oder Splitt. Wasser und Luft kommen weiterhin durch, Licht aber kaum. Das ist der Clou der Methode: Mit Unkrautvliesen wird dem Unkraut gezielt Licht entzogen, das es für das Keimen braucht. Deshalb eignet sich Unkrautvlies besonders gut für größere Flächen wie Beete, Wege oder Bereiche unter Kies und Splitt.
Mulchmatten funktionieren nach dem gleichen Prinzip, sind aber für kleinere, gezielte Bereiche gedacht. Sie werden direkt um einzelne Pflanzen, Sträucher oder Bäume gelegt.
Rasenschutzgewebe ist die Variante für den Rasen. Es wird beim Anlegen der Fläche einige Zentimeter unter der Grasnarbe eingebracht.
Wo können Unkrautvlies und Mulchmatten eingesetzt werden?
- Zierbeete und Staudenflächen
- Kies- und Splittflächen, zum Beispiel Vorgärten und Beeteinfassungen
- Wege, Ränder von Terrassen und Gartenpfade
- Bereiche unterhalb von Holzdecks
- Gemüsebeete und Reihenpflanzungen im Nutzgarten
- Unter Solaranlagen und Sonnenkollektoren
- Bei Rasenflächen als Maulwurfsperre und Schutzgewebe
- Bei Baumscheiben sowie Pflanzungen von Sträuchern und Gehölzen
Was sind die Vorteile von Unkrautvlies und Mulchmatten?
Vorteil 1: Weniger Pflegeaufwand
Unkraut braucht für Keimung und Wachstum vor allem eines: Licht. Hier setzen Unkrautvlies und Mulchmatte an, denn sie reduzieren den Lichteinfall auf den Boden ganz erheblich. Es keimt weniger Unkraut und Pflanzen, die es trotzdem versuchen, haben deutlich schlechtere Karten. Komplett „frei von Unkraut“ wird keine Fläche (das wäre ein Märchen), aber der Unterschied im Alltag ist deutlich. Die Methode verspricht weniger Jäten, weniger mühsames Ausreißen von Wurzelunkraut, weniger Nacharbeiten nach Regen und weniger häufiges Kontrollieren von Beeten und Wegen.
Vorteil 2: Pflanzen wachsen gleichmäßiger und kräftiger
Unkrautvlies und Mulchmatten helfen nicht nur gegen Unkraut, sie erleichtern das Wachstum der gewünschten Pflanzen. Es gibt weniger Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe und der Boden bleibt gleichmäßiger feucht. Das schafft bessere Bedingungen fürs Wachstum. Die Wurzeln können sich in Ruhe entwickeln, Nährstoffe bleiben im Boden und extreme Temperaturschwankungen werden abgefedert.
Vorteil 3: Der Boden bleibt länger feucht
Offener Boden verliert bei Sonne und Wind schnell Feuchtigkeit. Unkrautvlies und Mulchmatten legen dem Ganzen entspannt den Riegel vor. Sie decken den Boden ab, bremsen die Verdunstung und sorgen dafür, dass das Wasser länger im Boden gespeichert bleibt. Das bedeutet, dass Sie seltener gießen müssen und Gießwasser effizienter genutzt wird.
Vorteil 4: Rindenmulch und Kies bleiben länger ordentlich liegen
Wenn Rindenmulch oder Kies direkt auf Erde liegen, vermischt sich das mit der Zeit. Regen spült feine Erde nach oben, Frost hebt den Boden an und lässt ihn wieder absacken oder ganz banal: Man läuft darüber, harkt, jätet oder fährt mit der Schubkarre darüber. All das sorgt dafür, dass Mulch oder Kies langsam im Boden verschwinden. Ein Unkrautvlies liegt zwischen Erde und dem Abdeckmaterial und trennt beides sauber voneinander. So sieht auch die Fläche länger ordentlich und gepflegt aus.
Vorteil 5: Keine chemischen Unkrautvernichtungsmittel im Garten
Dank Unkrautvlies und Mulchmatten wird im Garten nichts Chemisches gespritzt oder in den Boden eingebracht. Stattdessen wird dem Unkraut schlicht das Licht genommen, das es zum Keimen braucht. Das ist ein großer Vorteil für alle, die im Garten, auf Flächen oder im professionellen Einsatz bewusst auf chemische Unkrautvernichter verzichten möchten und trotzdem zuverlässig Unkraut bekämpfen wollen.
Vorteil 6: Früchte bleiben sauber und haben keinen direkten Bodenkontakt
Bei Erdbeeren und anderen bodennah wachsenden Kulturpflanzen liegen die Früchte oft direkt auf feuchter Erde. Das führt zu Fäulnis. Mulchmatten und Unkrautvlies halten die Früchte vom Boden fern. Die Früchte trocknen schneller ab, verschmutzen weniger und faulen seltener.
Vorteil 7: Solaranlagen und Sonnenkollektoren bleiben frei von Unkraut
Unter Solaranlagen oder Sonnenkollektoren wird aufwachsende Vegetation schnell zum Problem. Unkraut beschattet die Module, erschwert die Wartung und sorgt regelmäßig für zusätzlichen Pflegeaufwand. Unkrautvlies oder Mulchmatten bremsen den Bewuchs. Die Flächen müssen seltener freigeschnitten werden.
Vorteil 8: Der Rasen wächst schöner und gesünder
Rasenschutzgewebe sorgt dafür, dass der Rasen dichter und gleichmäßiger wächst, weil er weniger Konkurrenz durch Unkraut hat und sich die Feuchtigkeit im Boden besser hält. Dadurch entstehen weniger kahle Stellen im Sommer und die Rasenfläche wird widerstandsfähiger. Das Rasenschutzgewebe ist außerdem ein geeignetes Mittel, um einem Schaden durch Maulwürfe und Engerlinge vorzubeugen, weil das Gewebe das Hochdrücken von Erdhügeln erschwert und das Vorankommen von Engerlingen im Boden behindert.


Tipps für die Anwendung von Unkrautvlies und Mulchmatten im Garten
- Vorhandenes Unkraut entfernen: Bevor Unkrautvlies oder Mulchmatten verlegt werden, sollte vorhandenes Unkraut sorgfältig entfernt werden, da es sich sonst unter dem Vlies weiter ausbreiten oder an den Rändern und Fugen wieder nach oben arbeiten kann.
- Der Untergrund muss eben sein: Steine, Holzreste oder Erdklumpen sorgen dafür, dass das Vlies nicht flächig aufliegt. Wo es absteht, entstehen Schwachstellen, die Unkraut ausnutzt.
- Kompost, Pflanzerde oder Bodenverbesserer gehören unter das Vlies, nicht obendrauf. Die Wurzeln der Pflanzen, die versorgt werden sollen – zum Beispiel Erdbeeren – sitzen unter dem Vlies im Boden. Damit Nährstoffe dort ankommen, wo sie gebraucht werden, müssen Kompost und Dünger ebenfalls unter das Vlies eingebracht werden.
- Überlappungen einplanen, statt Bahnen knapp aneinanderzulegen: Stoßkanten sind offene Einladungen für Unkraut. Eine ordentliche Überlappung schließt diese Schwachstellen und macht die Fläche pflegeleichter.
- Gut befestigen, besonders an den Rändern: Das Unkrautvlies muss so fixiert sein, dass es weder vom Wind angehoben wird noch beim Betreten oder Abdecken verrutscht.
- Pflanzöffnungen so klein wie möglich halten: Jede Öffnung ist eine Stelle, an der Licht auf den Boden kommt und Unkraut im Garten fördern kann. Wir empfehlen kleine, saubere Schnitte, diese reichen für die Pflanze völlig aus.
- Eine Schicht aus Rindenmulch, Kies oder Splitt auf dem Vlies schützt es vor UV-Strahlung und mechanischer Belastung. Außerdem verbessert es die Optik.
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