Wollläuse gehören systematisch zu den Schildläusen und zu den schwer regulierbaren Schädlingen an Pflanzen. Weltweit kommen etwa 1.000 Arten vor, von denen in Deutschland besonders die Zitrusschmierlaus (Planococcus citri) und die Langschwänzige Wolllaus (Planococcus longispinus) an Zierpflanzen auftreten. Sie erreichen eine Körperlänge von 6 mm und besitzen keinen Rückenschild, anders als andere Schildläuse. Im Gegensatz zu den sessilen Stadien der Napf- und Deckelschildläuse sind die Weibchen aufgrund ihrer gut ausgebildeten Laufbeine mobil. Die Körpersegmentierung ist stets zu erkennen und typisch sind wachshaltige Ausscheidungen, die an „Wolle“ erinnern. Diese Wachsschicht dient der Laus zur Isolation und dem Schutz vor Fraßfeinden.
Wollläuse erkennen und bekämpfen
Wollläuse erkennen - Welches Schadbild verursachen sie an der Pflanze?
Woll- oder Schmierläuse gehören zu den Phloemsaugern und sondern klebrigen Honigtau ab, der meist von Schwärzepilzen besiedelt wird. Sie treten an allen Teilen der Pflanze auf, wobei man die Mehrheit der Arten an oberirdischen Pflanzenteilen wie Wurzelhals, Stängeln, Blattunterseiten und in Blattachseln findet. Durch das vorwiegend koloniehafte Auftreten sind wachsartige Gespinste ein Indikator für den Pflanzenschädling. Durch ihre Saugtätigkeit, um an den Pflanzensaft zu gelangen, schädigen Sie die gesamte Pflanze. Sie verursachen gelbe Blattverfärbungen, Wuchsdeformationen und Blattfall. Wenn neue Pflanzen in den Bestand aufgenommen werden, sollten diese vorbeugend auf einen Wolllausbefall kontrolliert werden. Auffällige Pflanzenteile sollten sicherheitshalber entfernt werden, um eine Ausbreitung der Wollläuse zu verhindern. Besonders geschwächte Pflanzen sind anfällig für einen Befall von Schmierlaus, Spinnmilben und Co.
Entwicklung von Wollläusen
Die Entwicklung der weiblichen und männlichen Tiere verläuft unterschiedlich: während die Männchen sich bereits nach dem ersten Larvenstadium einen Kokon aus Drüsensekreten bauen, in dem die weitere Entwicklung abläuft, bilden die Weibchen drei Larvenstadien aus, in denen die Körpergröße stetig zunimmt. Die Männchen entwickeln sich über das dritte und vierte Larvenstadium zum Adult und besitzen 2 Vorderflügel. Hinterflügel und Mundwerkzeuge sind stark reduziert. Wollläuse vermehren sich bei den meisten Arten parthenogenetisch, selten sexuell. Anfällig für Wollläuse sind besonders Zimmerpflanzen wie Abutilon, Amaryllis, Kakteen, Clivien, Weihnachtssterne, Usambaraveilchen, Aphelandra und Orchideen.




Nützlinge gegen Wollläuse
Nützlinge zur Bekämpfung von Wollläusen
Wollläuse effektiv bekämpfen mit Nützlingen
Wollläuse zu bekämpfen ist anspruchsvoll und erfordert eine Kombination von Maßnahmen. Man sollte versuchen, möglichst viele der Tiere bereits vorab mechanisch von den betroffenen Pflanzen zu entfernen, also durch Abspritzen oder Abwischen, z.B. mit einem Wattestäbchen. Gegen die adulten Wollläuse wird hauptsächlich der australische Marienkäfer Cryptolaemus montrouzieri als Käfer eingesetzt. Diese Käfer sind natürliche Feinde der Wollläuse und nehmen alle Stadien als Beute an. Seine Larven fressen junge Larvenstadien und Eier. Zusätzlich kann die Schlupfwespe Anagyrus vladimiri eingesetzt werden, die bevorzugt das dritte Larvenstadium der Wollläuse parasitiert und sich dann darin entwickelt. Die Larven von Florfliegen vertilgen die kleinen Larvenstadien, die sog. Crawler, und sollten auf jeden Fall als Nachputzer ausgebracht werden. Bei sehr starkem Befall kann auch vorab ein ölhaltiges Pflanzenschutzmittel (aktuelle Zulassungssituation beachten!) zum Besprühen der befallenen Pflanzen eingesetzt werden. Dadurch wird der Befallsdruck gesenkt. Der Nützlingseinsatz sollte dann erst 1 - 2 Wochen später erfolgen. Auf chemische Mittel muss, in Kombination mit Nützlingen, unbedingt verzichtet werden.














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