Die Offene Zucht mit Getreideblattläusen ist ein Verfahren, bei dem im Vorfeld einer Kultur Blattlausgegenspieler (Nützlinge) im Gewächshaus angesiedelt werden. Dies geschieht durch die Bereitstellung von Getreideblattläusen als Ersatzfutter, auf denen sich die eingesetzten Nützlinge entwickeln und vermehren können. Einem späteren Blattlausbefall in der Kultur kann dadurch bereits vorbeugend entgegengewirkt werden.
Aphidius ervi Schlupfwespen gegen Blattläuse
Aphidius ervi eignet sich zum Einsatz gegen verschiedene Blattlausarten, besonders gegen die Kartoffelblattläuse Macrosiphum euphorbiae und Aulacorthum solani.
Aphidius ervi wird bei Zierpflanzen (z.B. Chrysanthemen, Gerbera, Rosen, Anthurien), Gemüse (z. B. Gurken, Aubergine, Paprika), Beerenobst (z. B. Erdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren) und Medizinischem Cannabis eingesetzt.
Aphidius ervi wird in den Einheiten 125 Stück für max. 125 m² und 250 Stück für max. 250 m² angeboten.
Eine Lagerung ist bei 6 - 8 °C für max. 1 Tag möglich.
Zielorganismen der Schlupfwespe Aphidius ervi
Blattläuse – speziell gegen die Gefleckte Kartoffelblattlaus (Aulacorthum solani) und die Grünstreifige Kartoffelblattlaus (Macrosiphum euphorbiae)
Anwendungsbedingungen
- Einsatzort: Gewächshaus
- Temperatur: 10 - 32 °C, optimal: 20 - 27 °C
- Luftfeuchtigkeit: > 65 % rF
- Vorbeugend: 0,5 bis 1,0 Tiere/m²
- Bei Befall: 1 - 2 Tiere/m²
- Wiederholung: nach 14 Tagen
Ausbringung der Schlupfwespen
- Doseninhalt mit den Blattlaus-Mumien auf mehrere Schälchen, Untersetzer o. ä. verteilen.
- Die Schälchen an mehreren trockenen und schattigen Stellen deponieren.
Erfolgskontrolle
Sind nach ca. 12 Tagen an den Pflanzen sandfarbene Blattlaus-Mumien sichtbar, war die Parasitierung erfolgreich.
Lagerung der Schlupfwespen
Die Nützlinge werden in Form von Blattlaus-Mumien geliefert, aus denen im Abstand einiger Tage die erwachsenen Schlupfwespen schlüpfen. Eine Lagerung ist bei 6 - 8 °C für max. 1 Tag möglich.
Lebensdauer der Schlupfwespen
Die Weibchen leben ca. 14 Tage und legen in dieser Zeit über 200 Eier ab.
Kombination
Wenn im Frühjahr bereits ein starker Befall mit Blattläusen mit kleinen Kolonien auftritt, ist der zusätzliche Einsatz der räuberischen Gallmücke Aphidoletes aphidimyza sinnvoll.
Biologie der Schlupfwespe Aphidius ervi
Aphidius ervi ist zwischen 2,8 und 4,1 mm groß und dunkel gefärbt. Wie bei allen endoparasitischen Formen hängt die Körpergröße der Parasitoiden von der Größe der parasitierten Blattlaus ab, in der sich die Schlupfwespe entwickelt hat. Erwachsene Tiere ernähren sich vom Honigtau der Blattläuse oder von Nektar.
Die Weibchen legen im Laufe ihres zweiwöchigen Lebens über 200 Eier mithilfe ihres Legebohrers in Blattläusen ab. Nach nur 1 - 2 Tagen schlüpft die Larve, die sich über 4 Larven- und einem Puppenstadium zum adulten Insekt entwickelt. Parasitierte Blattläuse sind an ihrer aufgedunsenen, runden Gestalt zu erkennen. Die Larve ernährt sich zunächst von nicht lebensnotwendigen Teilen der Blattlaus, sodass diese erst kurz vor der Verpuppung der Schlupfwespenlarve abstirbt und eine sandfarbenen Mumie bildet. Nach einer ca. 5-tägigen Puppenruhe verlässt die erwachsene Schlupfwespe den Wirt, indem sie ein kreisrundes Loch in die Blattlausmumie schneidet.
Bereits unmittelbar nach dem Schlüpfen beginnen die Weibchen und Männchen sich zu paaren und die weiblichen Schlupfwespen können mit der Parasitierung weiterer Blattläuse beginnen. Optimale Temperaturen für die Eiablage sind 20 – 27 °C. Die Schlupfwespen zeigen sehr gute Suchfähigkeiten und finden neben Blattlauskolonien auch einzelne Blattläuse, die sie erfolgreich parasitieren.
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