Lebensweise und Erscheinungsbild von Ameisen
Ameisen sind eine Familie der Insekten und gehören wie Bienen, Hummeln und Wespen zur Ordnung der Hautflügler. Es gibt mehrere Tausend Ameisenarten, von denen etwa 190 in Nord- und Mitteleuropa heimisch sind. Im Garten kommen vor allem die Schwarze Wegameise (Lasius niger) und die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) vor. Ameisen sind nützliche Tiere und übernehmen in der Natur wichtige Aufgaben. Sie können z.B. Schädlinge dezimieren, den Boden belüften und Pflanzensamen verbreiten. Außerdem sind sie auch eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere, wie z.B. Vögel und Reptilien.
Ameisenarten und ihre Besonderheiten
Die Schwarze Wegameise ist ca. 4 mm lang und hat eine dunkelbraune bis schwarze Körperfarbe mit dichter silbriger Körperbehaarung. Sie ist zwischen März und Oktober aktiv. Zu finden ist sie in leicht feuchten Lebensräumen, an Waldrändern ebenso wie in offenen Landschaften. Durch ihre gute Anpassungsfähigkeit ist sie auch häufig in Gärten zu finden, wo sie sich unter Steinen, Baumrinde und im Rasen einrichtet. Gelegentlich verkriecht sie sich auch in Mauerspalten, wodurch sie auch in Häuser eindringen kann. Ihre Nahrung ist in erste Linie zuckerhaltiger Honigtau der Blattläuse und Wurzelläuse sowie proteinreiche Insekten.
Die Gelbe Wiesenameise ist etwas kleiner als ihre schwarze Verwandte. Sie hat einen zart gelben bis braungelben Körper und hält, wie alle mitteleuropäischen Arten, eine Winterruhe. Häufig anzutreffen ist sie in Gärten mit großen Rasenflächen, auf Wiesen und an Waldrändern. Die unter der Erde liegenden Ameisennester, oft auch unter Steinen, können zu stattlichen Erdhügeln anwachsen und sind meist komplett von Gras überwuchert. Die Gelbe Wiesenameise ernährt sich ausschließlich vom Honigtau der Wurzelläuse, die sie eigens in den unterirdischen Nestern züchtet. Eine Nahrungssuche außerhalb der Nester kommt selten vor.
Die Rote Waldameise (Formica rufa) kann in waldnahen Gärten ebenfalls gelegentlich auftreten. Hier ist die Bekämpfung strengstens untersagt, da sie unter Artenschutz steht.
Schaden Ameisen im Garten?
Ob Schwarze Wegameise, Gelbe Wiesenameise oder eine andere Art, nur selten richten Ameisen einen direkten Schaden im Haus oder Garten an. In den meisten Fällen sind es rein optische oder hygienische Gründe, weswegen das Vorhandensein der Ameisen lästig ist.
Ausnahmen bilden z.B. Holzameisen, die als Materialschädling auftreten können sowie Pharoameisen oder auch die Rote Feuerameise, die beim Menschen ggf. gesundheitliche Schäden verursachen.
Ameisen bekämpfen und vertreiben
Für die Anwendung im Garten gibt es keine zugelassen chemischen Mittel zur Bekämpfung von Ameisen. Grundsätzlich sollte der Griff zu Bioziden immer das letzte Mittel der Wahl sein. Es gibt aber glücklicherweise schonende Methoden, um einer möglichen Ameisenplage Herr zu werden.
Ameisen umsiedeln
Ameisen sollten nur beseitigt werden, wenn es wirklich notwendig ist. Ein Ameisennest, z.B. in Hochbeeten oder anderen abgegrenzten Bereichen, kann gut umgesiedelt werden. Hierzu einfach einen Blumentopf oder ein ähnliches Gefäß, mit feuchter Holzwolle oder Stroh befüllen und umgedreht über die Ameisenkolonie stellen. Nach einigen Tagen hat sich das Volk in dem Behältnis einquartiert und kann samt Königin und Brut an einen anderen Ort gebracht werden.
Ameisen vertreiben mit Nematoden
Eine weitere Möglichkeit ist das Vertreiben mithilfe von nützlichen SF Nematoden (Fadenwürmern). Dies ist besonders für Rasenflächen oder Nester z.B. zwischen Gehwegplatten eine effektive Methode. Hierbei werden Nematoden in Wasser gegeben und in die Ameisennester bzw. auf die Rasenflächen ausgebracht. Da die Nematoden einen natürlichen Gegenspieler für die Ameisenbrut darstellen, werden die Ameisen in andere, nicht von Nematoden "verseuchte", Bereiche umsiedeln. So helfen die Nützlinge effektiv dabei, Ameisen zu vertreiben.
Hausmittel gegen Ameisen
Im Netz kursieren viele Tipps zum Einsatz von Hausmitteln wie Backpulver, Essig, Zimt, Teebaumöl u.ä. Inwieweit diese auch wirklich gegen Ameisen wirken, kann nicht pauschal gesagt werden. Grundsätzlich ist aber von allen Mitteln abzuraten, die den Ameisen unnötiges Leid zufügen, wie der qualvolle Tod durch das Natron des Backpulvers.
Befall mit Ameisen vorbeugen
Besser ist es, einem Befall durch Ameisen vorzubeugen. So können im Garten bestimmte Pflanzen wie Lavendel, Salbei, Minze oder Majoran durch ihre ätherischen Öle Ameisen fernhalten. Auch die Bekämpfung von Blattläusen kann helfen, da diese durch ihren Honigtau Ameisen anziehen.
Ameisen im Haus werden besonders durch Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel wie Honig, Marmelade oder Schokocreme angelockt. Diese Lebensmittel sollten unbedingt dicht und für Ameisen unzugänglich aufbewahrt werden. Auch andere Essensreste können Ameisen anziehen. Ameisenstraßen im Haus sollten, soweit möglich, zur Eintrittspforte zurückverfolgt werden. Diese unbedingt abdichten, um einem erneuten Eintritt der Ameisen vorzubeugen.



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