Großer Kohlweißling

Kohlweißlingsraupen

Großer Kohlweißling

Kohlweißlinge bekämpfen

Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) ist ein Schmetterling aus der Familie der Weißlinge. Sowohl im privaten als auch im gewerblichen Anbau von Kohl und anderen Kreuzblütlern (Brassicaceae) kann er großen Schaden verursachen.

Merkmale des Großen Kohlweißlings

Die Falter des Großen Kohlweißlings haben elfenbeinfarbene Flügel und erreichen eine Spannweite von ca. 6 cm. Die Spitzen der Vorderflügel sind schwarz und tragen bei den weiblichen Faltern zusätzlich zwei schwarze rundliche Flecken.

Aus den gerippten und kegelförmigen gelben Eiern schlüpfen die Raupen des Großen Kohlweißlings. Diese werden bis zu 4 cm lag, sind zuerst gelbgrün und bilden im Laufe der Larvenentwicklung ein Muster mit auf dem ganzen Körper befindlichen schwarzen Flecken aus. Über den Rücken verläuft eine gelbe Linie.

Die Puppen haben eine ähnliche Färbung wie die Raupen, graugrün, mit schwarzen Punkten, und tragen eine auffällig gezackte Kante.

Großer KohlweißlingGroßer Kohlweißling
Großer Kohlweißling
Raupen des Großen KohlweißlingsRaupen des Großen Kohlweißlings
Raupen des Großen Kohlweißlings
Entwicklung des Großen Kohlweißlings

Die Kohlweißlinge überwintern im Puppenstadium. Aus diesen schlüpfen sie ab April. Die weiblichen Falter legen von Mai bis Juni ca. 100 Eier in Gruppen an die Unterseite von wilden Kreuzblütlern, aber auch jungen Kohlpflanzen. Die Raupen schlüpfen nach etwa 2 Wochen und beginnen schnell mit dem Fraß an den Blättern der Wirtspflanze. Etwa nach 4 Wochen verpuppen sich die Raupen und weitere 2 Wochen später schlüpft bereits die 2. Faltergeneration. Besonders die Raupen, die aus den Eiern dieser Falter schlüpfen, führen häufig zu einem großen Schaden an Kohlpflanzen im Gemüsegarten. Hiervon betroffen sind große Kohlarten, sowie Kohlrabi und auch Kapuzinerkresse werden gern genommen. Ab Ende August verlassen die Raupen die Futterpflanzen und suchen trockene Stellen, um als Puppe zu überwintern. Es können auch drei Generationen pro Jahr auftreten.

Schadbild durch den Großen Kohlweißling

Blätter werden durchlöchert oder bis auf die Rippen abgefressen.

Eine verwandte Art: Der Kleine Kohlweißling

Der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae), ebenfalls ein Schmetterling aus der Familie der Weißlinge, ist mit 4 - 5 cm Flügelspannweite etwas kleiner als sein Verwandter. Die Grundfarbe der Flügel ist ähnlich, doch fällt die schwarze Zeichnung an den Flügelspitzen schmaler aus als beim Großen Kohlweißling. Auch die Raupen des Kleinen Kohlweißlings sind etwas zierlicher, blassgrün mit einer gelben Linie auf dem Rücken. Die schwarzen Punkte sind vorhanden, wenn auch deutlich kleiner und dadurch weniger hervortretend.

Im Gegensatz zum Großen Kohlweißling legen die Weibchen des Kleinen Kohlweißlings ihre Eier einzeln ab und auch die Raupen sind Einzelgänger. Sie fressen, anders als ihre größeren Verwandten, nicht nur an den Blättern der Wirtspflanzen, sondern dringen auch tiefer in Kohlköpfe ein.

Die Entwicklung verläuft ansonsten ähnlich der des Großen Kohlweißlings.

Ei vom Kleinen KohlweißlingEi vom Kleinen Kohlweißling
Ei vom Kleinen Kohlweißling
Kleiner Kohlweißling RaupeKleiner Kohlweißling Raupe
Kleiner Kohlweißling Raupe
Maßnahmen gegen den Großen und Kleinen Kohlweißling

Ein gezielter Einsatz von Nützlingen gegen Kohlweißlinge im Freiland ist nicht möglich. Zwar gibt es natürliche Feinde, wie die Kohlweißlings-Brackwespe (Apanteles glomeratus syn. Cotesia glomerata) und Raubkäfer, diese werden aber nicht kommerziell vertrieben.

Im Gewächshaus ist der Einsatz von Trichogramm-Schlupfwespen möglich, um den Befallsdruck zu reduzieren. Trichogramma-Schlupfwespen sind Eiparasiten, die die abgelegten Schmetterlingseier parasitieren und für ihre eigene Entwicklung nutzen.

Die sanfteste Methode, um Kohlweißlinge zu bekämpfen, ist das Absammeln von Eiern und Raupen.

Bei starkem Befall oder größeren Flächen, auf denen ein Absammeln nicht möglich ist, kann im Freiland mit biologischen Pflanzenschutzmitteln auf Bacillus thuringiensis-Basis gearbeitet werden, z. B. Xentari® Raupenfrei. Achtung! Aktuelle Zulassungssituation beachten.

 

27. Dezember 2022

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